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Stadt fordert Ortsbürgermeister zu Anregungen auf, Abfallkörbe fehlen

Künftig flächendeckend mehr Mülleimer in Rinteln

RINTELN. Jahrelang hieß es mantraartig aus der Stadtverwaltung: „Mehr Mülleimer produzieren nur mehr Müll.“ Über die Sorge – und den Widerspruch dazu –, dass mit mehr öffentlichen Abfallkörben dort nur mehr Hausmüll illegal abgeladen werde, berichtete die SZ/LZ in den vergangenen Jahren in schöner Regelmäßigkeit. Jetzt kommt die Wende.

veröffentlicht am 08.03.2018 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 08.03.2018 um 18:16 Uhr

An der Mitfahrerbank in Möllenbeck sollte – geht es nach Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark – künftig ein Mülleimer aufgestellt werden. Darin könnte dann auch diese Taschentuchpackung platziert werden. Foto: tol
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

RINTELN. Jahrelang hieß es mantraartig aus der Stadtverwaltung: „Mehr Mülleimer produzieren nur mehr Müll.“ Über die Sorge – und den Widerspruch dazu –, dass mit mehr öffentlichen Abfallkörben dort nur mehr Hausmüll illegal abgeladen werde, berichtete die SZ/LZ in den vergangenen Jahren in schöner Regelmäßigkeit. Schon vor einer Woche zeichnete sich eine kleine Kehrtwende ab – nach einer Diskussion in der lokalen Facebookgruppe „Wenn du in Rinteln geboren oder aufgewachsen bist“, äußerte sich Bürgermeister Thomas Priemer und versprach punktuelle Nachbesserung. Auf Anregungen wolle er reagieren.

Nun nahm Priemer das Heft des Handelns vollends in die eigene Hand. In einem Rundschreiben an alle Ortsbürgermeister der Stadt fordert er auf, Anregungen für mögliche Aufstellungsorte einzureichen. Im Gespräch mit der Redaktion erklärt Priemer, dass diese Maßnahme auch im Vorgriff auf den „Tag der Umwelt“ im April geschehe. An diesem Tag sammeln Freiwillige im gesamten Stadtgebiet den Müll anderer Leute auf, um der Umwelt etwas Gutes zu tun – und für ein sauberes Stadt- und Ortsbild zu sorgen. „Ja, das ist zum Teil eine Abkehr von unserer Strategie“, gibt Priemer freimütig zu, „Wir sind selbstkritisch genug um zuzuhören, was unsere Bürger zu sagen haben.“

Wenn die Bürger mithelfen, dann sei die Stadt gerne bereit, Abfallbehälter aufzustellen. „Das gilt auch für Bänke“, so der Bürgermeister. „Ich schau‘ jetzt aber nicht jeden Tag bei Facebook, wer was schreibt.“ Es gebe aber zahlreiche Möglichkeiten, die Stadtverwaltung zu erreichen, etwa über den Bürgerservice oder online über mitgestalten.rinteln.de

Die Debatte in der Rinteln-Gruppe auf Facebook sei aber durchaus sachlich und inhaltlich geführt worden. „Die Beiträge haben dazu geführt, dass wir die Sache nun wieder aufnehmen.“ Ziel sei es nun, bis Mitte April eine größere Anzahl an Mülleimern im gesamten Stadtgebiet neu aufzustellen.

Thorsten Frühmark, Ortsbürgermeister von Möllenbeck, ist mit der Anfrage der Verwaltung über die ortseigene Facebookseite bereits an die Öffentlichkeit gegangen.

Auf Anfrage erklärt er, dass er Bedarf für zwei Abfallkörbe am Weideweg sehe. Der werde auch von vielen Spaziergängern für den Weg in Richtung Flugplatz genutzt. Außerdem wünscht er sich Mülleimer überall dort, wo sich auch öffentliche Bänke befinden – insbesondere an den Mitfahrerbänken in der Hildburgstraße sowie am Friedhof.

Der Todenmanner Ortsbürgermeister Helmut Künnecke betont, dass im Kirschendorf vor allem Mülleimer mit Beutelspender für Hundekot benötigt würden. „Das ist bei uns ein großes Thema.“ Er habe bei der Stadt daher angefragt, ob diese Kombination ebenfalls aufgestellt werden könnte. Insgesamt vier Stellen habe er vorgeschlagen, beim „Bradweg“ zum alten Friedhof, an der Ecke Hauptstraße zu Kirschstraße, in der Straße „Am Moorhof“ sowie bei der Alten Poststraße, auf Höhe des Kinderspielplatzes.




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