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Start im September 2014 möglich / 5,5 Millionen Euro Kosten zuzüglich Grundstückskauf

Kurhaus-Sanierung dauert zwei Jahre

Bad Nenndorf. Für die Kurhaus-Sanierung sind dem Bad Nenndorfer Rat ein vorläufiger Kosten- und ein Zeitplan präsentiert worden. Demnach dauert die Modernisierung zwei Jahre und kostet 5,5 Millionen Euro. Der Rat fasste allerdings noch keinen Beschluss, sondern forderte weitere Informationen ein.

veröffentlicht am 06.03.2014 um 19:10 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:22 Uhr

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Das Architekturbüro pm erläuterte seine Modernisierungsvoruntersuchung aus dem Jahr 2012, das Unternehmen Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) stellte auf der Grundlage der pm-Präsentation seine finanzielle Planung zur Sanierung dar.

Die Freitreppe soll gemäß pm ebenso wiederhergestellt werden wie auch das Atrium des Kurhauses. Der gastronomische Anbau ist demnach abzureißen. Zwangsläufig soll der Untersuchung zufolge auch die Anordnung der Innenräume angepasst werden. Dies würde frühere Sichtachsen in den Kurpark wiederherstellen und einen barrierefreien Rundgang schaffen. Im Innenhof fänden ein Rasenstück und ein Wasserspiel Platz.

Der Bereich vor dem Kurhaus soll sich in den Zentralen Platz einfügen, dessen Umbau derzeit ebenfalls in Planung ist. Die Schnittstellen beider Pläne müssen dafür überprüft werden.

Neu war der Abschnitt zur Umsetzung der einzelnen Sanierungsschritte. Im September 2014 könnten die Arbeiten im hinteren Bereich starten, anschließend wäre der Seitenbereich am Kurpark an der Reihe. Im Februar 2015 könnte der Abriss des Andria-Anbaus vorgenommen werden, der Betrieb würde ins Lokal im Kurhaus gegenüber umziehen.

Dritter Abschnitt wäre ab März 2015 die Sanierung im Bereich Praxis Werner. Als vierter Schritt schlösse sich ab Juni 2015 der Umbau im Gebäudekern an, ehe ab November die Sanierung der Räume an der Gebäudefront begänne, was sich bis Mai 2016 hinzöge. Die Sanierung des Saals würde erst im Frühjahr 2016 starten, restliche Fassadenarbeiten bildeten den Abschluss, der im Oktober 2016 erreicht wäre.

Nach Worten Brigitte Vorwerks (DSK) könnten die Mieter während der Sanierung im Gebäude bleiben. „Zwei Jahre auf einer Baustelle“, das werde „kein Spaß“, so Vorwerk. Dies sei auch den Mietern bekannt. Vorwerk erteilte einer günstigen Darlehensaufnahme bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Absage. Dies hatte die WGN zuletzt anders dargestellt.

Die Kostenschätzung inklusive Planung, Kursaal-Sanierung und energetischer Sanierung liegt laut DSK bei rund sechs Millionen Euro. Doch weil sich die Stadt für die Sanierung gezahlte Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen kann, reduzierten sich die Kosten sogar auf gut 5,5 Millionen Euro. Die monatlichen Mieteinnahmen der Stadt aus dem Kurhaus würden nach der Sanierung von gut 11 000 auf bis zu 21 480 Euro steigen, was für die Finanzierung der nötigen Kredite wichtig ist. Denn damit käme die Stadt nach DSK-Kalkulation in etwa auf die erforderlichen 5,5 Millionen Euro.

Aus den Reihen von SPD und CDU gab es Kritik an einigen Details, beispielsweise, dass keine zusätzlichen Parkplätze eingeplant sind. Auch die Belastbarkeit der Mieteinnahmen wurde in Zweifel gezogen. Friedrich Varwig (SPD) gab zu bedenken: Der Bürgerentscheid gebe den Erhalt des Kurhauses vor, und der Rat könne nur hoffen, dass das Konzept, das ihn „als Laien“ überzeuge, belastbar ist.

Frank Steen (WGN) forderte, weitere Fachingenieure hinzuzuziehen, damit die Arbeiten auch wirklich am 1. September beginnen können. Die Ratsmehrheit war indes gegen einen Beschluss dazu. Aus den Reihen der WGN kam mehrfach das Wort „Verzögerung“. Steen forderte prompt, dass sich fortan wieder der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) mit den Kurhaus-Belangen befasst, um den Prozess zu beschleunigen. Dies fand allerdings keine Mehrheit.

Heinrich Bremer, Amtsleiter Zentrale Dienste, erklärte, dass die DSK-Zahlen zunächst in den Wirtschaftsplan der Stadt einzuarbeiten sind, damit sich der Rat damit beschäftigen kann. Außerdem solle der VA formulieren, welche Kurhaus-Aspekte künftig nicht öffentlich zu beraten sind. Dies begrüßten WGN und SPD.




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