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Bach, Bruhns und Buxtehude: Hamburger Kantorin Claudia Rieke spielt Musik zur Einkehr

Kurzweilige musikalische Predigt in Klängen

Bückeburg. Im Rahmen der Konzertreihe Orgelmusik zur Einkehr hat am Sonnabendmittag die Hamburger Organistin und Kantorin Claudia Rieke in der Stadtkirche gastiert. Bei Werken von Johann Sebastian Bach, Nicolaus Bruhns und Dietrich Buxtehude hielt sie alle Fäden der farbenfrohen Kolorierung fest in der Hand.

veröffentlicht am 03.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 07:41 Uhr

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Originell und eigenständig – auf diesen Nenner könnte man die Interpretationen der 44-jährigen Künstlerin bringen. So sehr die Stücke auch in der Tradition standen, so überzeugend ging Rieke damit um und vermochte den Beiträgen durch sehr flüssiges Spiel und beherztes, fast rasantes Tempo persönliche Konturen zu geben. Zuerst befasste sich die Solistin mit „Praeludium und Fuge in C-Dur“ (BWV 545). Dank der nuancierten Phrasierung gab es an keiner Stelle einen konzertanten Rausch, in dem sich die Details verloren. Besonders transparent und plastisch geriet die Fuge.

Eindrücklich gestaltete sich dann Claudia Riekes Vortrag der „Ciacona in e- Moll“ (BuxWV 160) aus Buxtehudes Notenkoffer. Mit feinem Nachzeichnen der reich ausgezierten Melodienlinien und Abstufungen der Registerfarben wurde diesem Opus eine charaktervolle Beleuchtung gegeben. Beim sich anschließenden zweiten Bach, Praeludium und Fuge in a-Moll (BWV 543) gefiel die Hansestädterin durch bestmögliche Polyphonie, Pedaltechnik sowie blitzende Fingerfertigkeit. Auf diese Weise akzentuierte sie den kompositorischen Gehalt nachdrücklich.

Noch frappierender zeichnete Claudia Rieke das e-Moll Präludium des Buxtehude-Zeitgenossen Nicolaus Bruhns nach. Mit kühnem Zugriff und ausgeklügelter Artikulation hob sie vor allem den deklamatorischen Zug der toccatenhaften Schöpfung hervor.

Ohne dies nochmals genau belegen zu müssen, kann man die Fachfrau sicherlich als jemanden würdigen, der neben der technischen vor allen Dingen die inhaltliche Bedeutung der Musik auszudrücken versteht und somit seiner Intention als „Klangpredigt“ gerecht wird.

Die Zuhörer spendeten herzlichen Beifall.




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