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Markenartikler im Haus Becker: „MWM – Lifestyle 4 You“ beendet Leerstand am Markt

Ladenlücke in der Innenstadt geschlossen

Minden (mt). Treffen sich drei Männer zu einem Grillabend und haben eine Idee, die sie auch am nächsten Morgen noch gut finden. Zwei Jahre und einen hundertseitigen Business-Plan später ist aus der Idee Wirklichkeit geworden: Das Geschäft „MWM – Lifestyle 4 You“ eröffnet am Mindener Markt.

veröffentlicht am 26.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:41 Uhr

Damit zieht in das traditionsreiche Haus Becker wieder ein Markenartikler ein. Von der belgischen Praline bis zum Espressoautomaten gibt es dort alles, was das Leben schöner macht. Geschäftsführer sind Sabine Sehr und Manfred Knapperzbusch, der ehemalige Hertie-Geschäftsführer. Der 53-Jährige war neben Wolfgang Hohmann und Michael Koppe einer der drei Teilnehmer an jenem Grillabend im September 2008. In Anlehnung daran entstand auch der Name MWM – die Initialen von Manfred, Wolfgang und Michael. Sie sind die drei Gesellschafter der MWM Vertriebs GmbH & Co. KG mit Sitz in Porta Westfalica. Zehn Mitarbeiter wurden eingestellt, darunter vier ehemalige Hertie-Leute. Die hatten zur offiziellen Eröffnung reichlich zu tun. Knapp 300 Gäste waren geladen, darunter auch eine strahlende Heidi Kuhlmann-Becker. Die Inhaberin des 1896 erbauten Hauses hat das Erd- und das Obergeschoss (früher Brautmode) an die Geschäftsleute vermietet und ist heilfroh, dass Leben einzieht. „Ich bin stolz, dass wir in Minden wieder ein gutes Haus haben.“ Sie hofft, dass das neue Projekt eine Signalwirkung haben möge für den dümpelnden Einzelhandel in der Innenstadt. Denn der nächste große Leerstand – ehemals Wehmeyer – ist nur ein paar Schritte entfernt.

Das Haus Becker am Markt ist seit mehr als sieben Jahrzehnten nicht aus dem Mindener Stadtbild wegzudenken. Schon früher gehörten Markenprodukte zum Sortiment des Kaufhauses, das von der Familie Kuhlmann-Becker über viele Jahre hinweg geführt wurde. Die Nachfolger wollen nun auf 1200 Quadratmetern Markenware anbieten, die in den vergangenen Jahren zunehmend in der Innenstadt weggebrochen ist – wie Gläser und Porzellan oder Elektrokleingeräte, Geschenkartikel und Wohnaccessoires.

Das Haus Becker sei „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, sagt Diplom-Kaufmann Knapperzbusch. Darum soll der bekannte blaue Namensschriftzug auch erhalten bleiben. Dass diese Entscheidung bei den Kunden dazu führen könnte, dass sie auch in einigen Jahren noch von Becker reden statt von MWM, ist für ihn eher zweitrangig. Wichtiger sei ihm, ein Lebensgefühl und eine Atmosphäre zu vermitteln, in der die Kunden sich wohlfühlen.

In der Lounge gibt es Kaffee und Tee

Dieses Ziel hat der Geschäftsführer bei Klaus-Albert Birkenkämper schon erreicht. Der hat nämlich die Kaffee-Lounge im ersten Obergeschoss entdeckt und genießt den Blick durch die Rundbogen-Fenster hinaus auf Markt und Martinitreppe. In der Lounge gibt es Kaffee, Tee und Gebäck. Birkenkämper ist Sprecher des Arbeitsksreises Handel bei der Minden Marketing GmbH (MMG). Was ihm in Minden besonders fehlt, ist die persönliche Ansprache durch kleine inhabergeführte Geschäfte, von denen es leider zu wenig gebe. Dass das Haus Becker in seiner exponierten Lage nicht mehr leer steht, sei immerhin „ein Hoffnungsschimmer“. Das sieht Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der MMG, ähnlich: „Die Nachbarstädte schlafen nicht. Darum ist es wichtig, die Leerstände zu beheben. Jeder ist einer zu viel.“ Zudem sei er froh, dass einige Sortimentslücken mit der Neueröffnung geschlossen werden konnten.

Harald Steinmetz, stellvertretender Bürgermeister, sagt offen, was viele Leute befürchtet haben - dass nämlich ein „Billigheimer“ bei Becker einziehen könnte. Zwischendurch machte der Name eines Textil-Discounters die Runde. Frisch vermählte Paare, die nach ihrem Besuch im Standesamt des Rathauses direkt vor Kleiderständern stehen, war eine Vision, die vielen Leuten missfiel. „So ein Haus mit direkter Ausstrahlung auf den Markt sollte wirklich nicht in falsche Hände geraten“, findet Steinmetz.

Durch eine finanzielle Einlage können Kunden auch Kommanditist (Teilhafter) bei MWM werden. Von dieser Konstruktion verspricht sich Geschäftsführer Manfred Knapperzbusch konstruktive Kritik und somit eine permanente Weiterentwicklung des Unternehmens.




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