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Familien aus Hamburg und Springe reisen dem „Spectaculum“ hinterher

Lagerleben wie im Mittelalter – das ist für diese Fans das Allergrößte

Bückeburg (jp). Sommerurlaub auf Fuerteventura, auf den Malediven, an der türkischen Ägäis oder auf Costa Rica? Nicht so bei den Familien Aigner aus Hamburg und Kunde aus Springe. Die beiden befreundeten Familien reisen vielmehr während der Ferienzeit dem „Mittelalter Phantasie Spectaculum“ hinterher und campieren an den jeweiligen Spielorten. Und zu den alljährlichen Höhepunkten gehört dabei stets das Doppelwochenende des Spectaculums in Bückeburg, bei dem sie auch die Tage zwischen den beiden Veranstaltungs-Wochenenden in der Historischen Residenz verbringen.

veröffentlicht am 16.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 09:41 Uhr

Ihr gemeinsames Campinglager haben die beiden Familien auf der Wiese jenseits des Mausoleumswäldchens aufgeschlagen, die ansonsten zu weiten Teilen während der Veranstaltung als Großparkplatz dient. Die Aigners und die Kundes zählen damit wohlgemerkt nicht zu den Heerlagergruppen, die in historischer Gewandung am Spectaculum teilnehmen und während dieser Zeit innerhalb des Veranstaltungsgeländes nach einem strengen, historisch orientierten Reglement leben. Vielmehr sind sie ganz normale Besucher, die alle vier Spieltage auf dem Spectaculum verbringen und an den Tagen dazwischen direkt am Gelände campen. Und es gibt jedes Jahr mehr Fans, die es ihnen gleichtun.

Der 15-jährige Leon Kunde kennt das Spectaculum seit frühesten Kindertagen. „Ich glaube, ich war sechs, als meine Eltern zum ersten Mal mit mir nach Bückeburg gefahren sind“, erinnert er sich. Für ihn ist es vor allem die Begeisterung für das Mittelalter, die ihn immer wieder auf die Mausoleumswiese zieht: „Ich bin ein echter Geschichts-Freak. Natürlich ist auch mein Lieblingsfach in der Schule Geschichte.“ Was ihn am Spectaculum immer wieder fasziniert, das sind die Ritterkämpfe, die historischen Kostüme und die gesamte Atmosphäre der Veranstaltung. Dazu kommt das von ihm mit Leidenschaft betriebene Bogenschießen. „Das kann ich hier während der ganzen Woche auf der Campingwiese trainieren. Bei uns zu Hause geht das fast nirgends.“

Ganz ähnlich geht es Familie Aigner aus Hamburg. Der sechsköpfige Clan von Mittelalter-Fans bereist seit vier Jahren als treue Jahreskartenbesitzer die Spectaculums-Spielorte in ganz Norddeutschland. Hamburg-Öjendorf ist dabei praktisch ihr Heimspiel. „Dortmund war bislang das weiteste, was wir gefahren sind“, berichtet der 19-jährige Sebastian Aigner. Zum vierten Mal besucht er jetzt das Mittelalter Phantasie Spectaculum in Bückeburg und kann genauso wie Mittelalter-Gesinnungsgenosse Leon Kunde immer noch nicht genug davon bekommen.

Das soll aber nicht heißen, dass die beiden Familien nur Augen für Ritter, Gaukler, Kettenhemden und Wurfäxte hätten. Insbesondere an den fünf freien Tagen zwischen den Veranstaltungswochenenden genießen sie möglichst viel von dem, was ihnen Bückeburg und die Umgebung sonst noch an touristischen Anlaufpunkten, an Besichtigungs- und Erlebnismöglichkeiten bietet. Natürlich waren sie schon im Hubschraubermuseum, auf dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta oder im Bückeburger Schloss. Sebastian Aigner und Leon Kunde sind über die Jahre begeisterte Bergbadbesucher geworden.

Und dann hat es dem 15-jährigen Leon vor allem ein Angebot in Bückeburg ganz besonders angetan: „Ich gehe, wenn wir in Bückeburg campen, fast jeden Abend ins Kino.“ In diesem Jahr stehen der vierte „Shrek“, die Vorpremiere des dritten Teils der „Twilight“-Saga, „Eclipse“ und die Hundekomödie „Marmaduke“ auf seinem persönlichen Kinoprogramm.

Die Familien Aigner und Kunde im gemeinsamen Camping-Lager. Foto: jp




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