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Als das Sofa noch in der Küche stand

Landfrauen auf Zeit- und Länderreise durchs Küchenmuseum

BÜCKEBURG/HANNOVER. Die Bückeburger Landfrauen haben eine Führung durch das Küchenmuseum vom Mittelalter bis zur Moderne, durch viele Nationen und Kontinente bis zur heutigen Schulküche genießen dürfen.

veröffentlicht am 16.04.2019 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 16.04.2019 um 17:40 Uhr

Bei einer Pause sammelten die Landfrauen Kraft für die „Weiterreise“ durchs Küchenmuseum. Foto: pr.

BÜCKEBURG/HANNOVER. Die Bückeburger Landfrauen haben eine Führung durch das Küchenmuseum Hannover vom Mittelalter zur Moderne, durch viele Nationen und Kontinente bis zur heutigen Schulküche genießen dürfen.

Zu Beginn konnten die 48 Frauen eine venezianische Tafel bestaunen. In der anschließenden Rauchfangküche aus dem Mittelalter, in der die Familie wohnte, kochte und schlief, war der Sägezahn mit Kochtopf zu sehen, der einen Zacken tiefer gehängt wurde, wenn der Mann zum Essen nach Hause kam. Somit wurde das Essen schneller gar – daher stammt die Redewendung „einen Zahn zulegen“.

An die Küche der Fünfzigerjahre mit einem Tisch und ausziehbarem Gestell mit Schüsseln, in denen aufgewaschen wurde und Töpfe aus Gusseisen konnten sich die Landfrauen erinnern. An der Station eines reich gefüllten Vorratskellers bekamen die Frauen einen kleinen Imbiss gereicht. Die Trends und Merkmale der Zwanzigerjahre waren unter anderem ein Staubsauger, der auch zum Rasenmähen – und in den Fünfzigern ebenfalls zum Haareföhnen – genutzt werden konnte. Das Sofa stand in der Nachkriegszeit in der Küche. In den Fünfzigerjahren kamen die Dunstabzugshaube, Küchenmaschinen und Plastikdosen auf den Markt, die bis heute noch aktuell sind. Die Küchenfronten und -utensilien der Sechziger- und Siebzigerjahre waren von einer großen Farbenvielfalt geprägt. Es gab Tischwaschmaschinen mit einer Füllmenge bis 1,5 Kilogramm und Rabattmarkenhefte waren aktuell. Eine Berliner Hinterhausküche gehört auch zu der Ausstellung.

In den Achtzigerjahren waren dunkle Eichenküchen modern, es kamen der Sahnesiphon und das elektrische Tortenmesser auf. Die weitere Reise ging zu einer Tiroler Küche aus Zirbenholz, einer Schweizer Almküche und einer Küche aus Russland mit Wodkakeller. In der bayerischen Küche mit Weißwurst, Brezeln und Bier bekamen die Landfrauen ein Brotgebäck gereicht. Das Schmuckstück einer Cottageküche ist ein AGA-Herd, ein Wärmespeicherofen und Kochherd, der sanfte Strahlungswärme abgibt. Die Niederlande sind mit vielfältigen Käsesorten und ihren blau-weißen Kacheln und Porzellan vertreten.

Italien hat 58 Nudelsorten, verschiedene Nudelhölzer für Spaghetti und Ravioli in der Ausstellung. Frankreich ist mit einer Sammlung von Champagnerflaschen vertreten, die größte mit 15 Litern Inhalt. Amerika, das Land der Kochshows, wie sie aus dem Fernsehen bekannt sind, durfte nicht fehlen. Ein Weihnachtszimmer mit Möbeln von 1927 aus der Weimarer Republik, das eine Reise bis Argentinien und wieder zurück nach Deutschland hinter sich gebracht hat, gab es ebenfalls zu sehen.

In die Ausstellung reihten sich noch eine alte Waschküche mit Waschkesseln, Miniaturküchen und eine riesige Bibliothek mit Kochbüchern ein. In der Schulküche werden Kochkurse für Kinder und Erwachsene angeboten.

Im maurischen Palast des Sultans mit Düften und Gewürzen legten die Landfrauen eine Teepause ein. Dort erfuhren sie, dass noch Erweiterungen, eine Flugküche, eine Marktstraße und vieles mehr geplant sind. Nach der informativen Zeit- und Länderreise durch das Museum durfte eine Stärkung der Landfrauen vom reichhaltigen Mittagsbuffet in der Schlossküche nicht fehlen. Zum gelungenen Abschluss des Tages fuhren die Landfrauen zum Maschsee, gingen bei Sonnenschein spazieren und tranken auf der Terrasse eines Restaurants am See Kaffee.r




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