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Ludwig und Michael Pohl pochen auf direkte Zufahrt zu ihren Ländereien

Landwirte wollen sich nicht in die Schranken verweisen lassen

Bückeburg / Hevesen (bus). Ziemlich im Nordosten Bückeburgs, wo sich der ländliche Teil der früheren Residenzstadt ins Nienstädtische verliert, ist Streit um eine Schranke entbrannt. Der etwas marode Fallbaum versperrt in Hevesen einen Feldweg, den Ludwig und Michael Pohl gern benutzen würden, um auf ihre jenseits der Echtorfer Straße gelegenen Ländereien zu gelangen. Im Anschluss an einen vom Bückeburger Amtsgericht anberaumten Vergleichsdialog signalisierte die Samtgemeinde Nienstädt Bereitschaft, den Landwirten einen Schlüssel zur Schrankenöffnung zur Verfügung zu stellen. Allerdings zu Bedingungen, die Vater und Sohn Pohl nicht akzeptieren wollen.

veröffentlicht am 20.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

"Die Entscheidung, wann, in welchem Umfang und in welcher Art Unterhaltungs- und Reparaturmaßnahmen am Wirtschaftsweg durchgeführt werden", erfuhren die Hofbesitzer aus Nienstädt, "verbleibt bei der Beklagten." Punkt 2 des Schreibens hält fest, dass der Kläger (die Pohls) sich an den Kosten von Unterhaltung und Reparaturen zu einem Drittel zu beteiligen habe. "Ich unterschreibe doch nichts, bei dem ich nachher der Gelackmeierte bin", reagiert Michael Pohl empört. Die Samtgemeinde könne entscheiden, wonach ihr der Sinn stünde und er hätte die Rechnung zu bezahlen. "So geht es nicht." In der Antwort auf den Schriftsatz verdeutlicht Pohls Anwalt: "Zu dem vom Kläger bewirtschafteten Hof gehören auch Flächen, die in der Gemeinde Seggebruch liegen." Somit würden auch Grundsteuern an die Beklagte gezahlt. Es sei "also nicht einzusehen, warum die Beklagte zwei Landwirten die Nutzung des Wirtschaftsweges ohne deren Beteiligung an etwaigen Unterhaltungskosten gestattet, der Kläger demgegenüber allein solche Kosten anteilig tragen" solle. "Hier liegt eine Ungleichbehandlung vor, die einer politischen Gemeinde nicht erlaubt ist", schreibt der Rechtsbeistand. Der wenige Schritte jenseits der Bückeburger Stadtgrenze an der Gemarkung "Am Osterbusch" liegende Streitpunkt beinhaltet außer den finanziellen und den der politischen Korrektheit geschuldeten Aspekten zwei zusätzliche Gesichtpunkte, die den Klageführern mindestens ebenso beharrlich unter den Nägeln brennen. "Der hinsichtlichseiner Länge zu vernachlässigende Umweg kann äußerst unfallträchtige Verkehrssituationen hervorrufen", beschreibt Ludwig Pohl eines der weiteren Probleme. In der Tat gestaltet sich das Einbiegen großer landwirtschaftlicher Fahrzeuge vom Umweg auf die Kreisstraße 14 als sehr unübersichtliche Angelegenheit. Bäume und Gebüsch behindern die Sicht, schnell fahrende Autos erfordern die ganze Vorsicht und Aufmerksamkeit des Traktorführers. Keine 150 Meter weiter wäre die Querung der "Rennstrecke" und des vorgelagerten Fahrradwegs von dem beschrankten Feldweg auf die Pohlsche Anbaufläche auf direktem Weg und sichtbehinderungsfrei möglich. Viertes Problem: Bei der Rückkehr der Gespanne vom Acker kommt es auf der K 14 zu erheblichen Verschmutzungen. Was besonders während regenreicher Zeiten eine zusätzliche Beeinträchtigung der allgemeinen Verkehrssicherheit nach sich ziehe, zeigen Michael und Ludwig Pohl auf, die nach wie vor nicht gewillt sind, sich zu den von der Samtgemeinde anempfohlenen Bedingungen in die Schranken verweisen zu lassen.




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