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Geplante Schließung der Schäfer’s-Produktion großes Thema in Kleinenbremen

Leben mit der Ungewissheit

KLEINENBREMEN. Nach der Hiobsbotschaft, dass die Großbäckerei Schäfer’s am Produktionsstandort Kleinenbremen mehr als 200 Arbeitsplätze streicht (wir berichteten), herrscht in Teilen der Bevölkerung große Ungewissheit. In der Öffentlichkeit möchten sich Beschäftigte nicht äußern. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, zurzeit sei die Stimmung „relativ ruhig – wenn auch nicht berauschend“.

veröffentlicht am 06.06.2016 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:41 Uhr

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Hintergrund ist eine Zusage, die betroffenen Mitarbeiter anderswo im Edeka-Verbund unterzubringen. „Dass die Edeka niemanden entlassen will, fängt es ein bisschen auf“, meint Bernd Hedtmann, Bürgermeister in Porta Westfalica. Edeka-Sprecher Mark Rosenkranz hatte erklärt, es sei das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

„Aus kommunaler Sicht bedauern wir die Entscheidung sehr, weil es um Arbeitsplätze geht“, erklärt der Portaner Bürgermeister. Auf der anderen Seite handele es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung, „die wir akzeptieren müssen, denn das Unternehmen muss sich am Markt behaupten“, so Hedtmann.

„Überall, wo man hingeht, ob zum Supermarkt oder zur Bank, ist Schäfer‘s Thema“, berichtet Stephanie Krüger-Schmidt, Vize-Vorsitzende der Siedlergemeinschaft. „Kaum jemand hat damit gerechnet. Das größte Problem der Menschen ist die Unsicherheit.“

Deshalb wünscht sich Krüger-Schmidt (Kleinenbremen), dass die Mitarbeiter von der Geschäftsführung auf dem Laufenden gehalten werden und genaue Infos bekommen. Viele seien enttäuscht, dass sie so kurzfristig von den Plänen erfahren hätten.

„Vor allem bei Älteren herrscht häufig große Verbundenheit mit dem Unternehmen“, sagt sie. Teilweise seien mehrere Familienmitglieder betroffen. Wenn Krüger-Schmidt die Stimmung im Dorf beschreibt, fallen ihr drei Begriffe ein: „Existenzangst, Zukunftsangst, Ungewissheit.“ Wer unter solchen Voraussetzungen arbeite, könne die Motivation verlieren. Die Siedlergemeinschaft hat 526 Mitglieder. Davon sind 34 bei Schäfers beschäftigt.

In einer Stellungnahme der Edeka Minden-Hannover, deren Backtochter Schäfer’s ist, war von 230 Arbeitsplätzen in der Produktion die Rede, die in Kleinenbremen (300 Beschäftigte) gestrichen werden sollen. Anfang 2018 soll der Umbau der Backwaren-Sparte abgeschlossen sein, in den die nach Edeka eigenen Angaben 75 Millionen Euro investiert.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geht sogar von 263 Jobs aus und spricht von einem „Kahlschlag“, den man „erst mal verdauen“ müsse. Darin enthalten wären allerdings auch Auszubildende, befristet Beschäftigte und angehende Ruheständler.

Am Standort Kleinenbremen, einst Keimzelle des Unternehmens, waren laut NGG zuletzt 333 Mitarbeiter beschäftigt. Obwohl die Produktion dort geschlossen wird, soll Kleinenbremen Stammsitz bleiben und weiter als Verwaltungs- und Logistikzentrum dienen. Aus diesem Bereich blieben 70 Jobs erhalten.

Ekkehard Karottki, Pfarrer in Kleinenbremen, ist Schäfer’s „als Gesprächsthema noch nicht begegnet“. Das müsse aber nichts heißen, räumt er ein. „Vielleicht beschäftigen sich die Gemeindekreise mit anderen Dingen.“ Grundsätzlich sei der Verlust von 230 Arbeitsplätzen „ein Schlag für Kleinenbremen“. NGG-Sekretär Thorsten Kleile bezweifelt, dass mehr als 200 Mitarbeitern im Unternehmensverbund eine echte Perspektive geboten werden kann.

Hintergrund ist eine Zusage, die betroffenen Mitarbeiter anderswo im Edeka-Verbund unterzubringen. „Dass die Edeka niemanden entlassen will, fängt es ein bisschen auf“, meint Bernd Hedtmann, Bürgermeister in Porta Westfalica. Edeka-Sprecher Mark Rosenkranz hatte erklärt, es sei das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

„Aus kommunaler Sicht bedauern wir die Entscheidung sehr, weil es um Arbeitsplätze geht“, erklärt der Portaner Bürgermeister. Auf der anderen Seite handele es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung, „die wir akzeptieren müssen, denn das Unternehmen muss sich am Markt behaupten“, so Hedtmann.

„Überall, wo man hingeht, ob zum Supermarkt oder zur Bank, ist Schäfer‘s Thema“, berichtet Stephanie Krüger-Schmidt, Vize-Vorsitzende der Siedlergemeinschaft. „Kaum jemand hat damit gerechnet. Das größte Problem der Menschen ist die Unsicherheit.“

Deshalb wünscht sich Krüger-Schmidt (Kleinenbremen), dass die Mitarbeiter von der Geschäftsführung auf dem Laufenden gehalten werden und genaue Infos bekommen. Viele seien enttäuscht, dass sie so kurzfristig von den Plänen erfahren hätten.

„Vor allem bei Älteren herrscht häufig große Verbundenheit mit dem Unternehmen“, sagt sie. Teilweise seien mehrere Familienmitglieder betroffen. Wenn Krüger-Schmidt die Stimmung im Dorf beschreibt, fallen ihr drei Begriffe ein: „Existenzangst, Zukunftsangst, Ungewissheit.“ Wer unter solchen Voraussetzungen arbeite, könne die Motivation verlieren. Die Siedlergemeinschaft hat 526 Mitglieder. Davon sind 34 bei Schäfers beschäftigt.

In einer Stellungnahme der Edeka Minden-Hannover, deren Backtochter Schäfer’s ist, war von 230 Arbeitsplätzen in der Produktion die Rede, die in Kleinenbremen (300 Beschäftigte) gestrichen werden sollen. Anfang 2018 soll der Umbau der Backwaren-Sparte abgeschlossen sein, in den Edeka nach eigenen Angaben 75 Millionen Euro investiert.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geht sogar von 263 Jobs aus und spricht von einem „Kahlschlag“, den man „erst mal verdauen“ müsse. Darin enthalten wären allerdings auch Auszubildende, befristet Beschäftigte und angehende Ruheständler.

Am Standort Kleinenbremen, einst Keimzelle des Unternehmens, waren laut NGG zuletzt 333 Mitarbeiter beschäftigt. Obwohl die Produktion dort geschlossen wird, soll Kleinenbremen Stammsitz bleiben und weiter als Verwaltungs- und Logistikzentrum dienen. Aus diesem Bereich blieben 70 Jobs erhalten.

Ekkehard Karottki, Pfarrer in Kleinenbremen, ist Schäfer’s „als Gesprächsthema noch nicht begegnet“. Das müsse aber nichts heißen, räumt er ein. „Vielleicht beschäftigen sich die Gemeindekreise mit anderen Dingen.“ Grundsätzlich sei der Verlust von 230 Arbeitsplätzen „ein Schlag für Kleinenbremen“. NGG-Sekretär Thorsten Kleile bezweifelt, dass mehr als 200 Mitarbeitern im Unternehmensverbund eine echte Perspektive geboten werden kann.




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