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Vier Kilometer lange Strecke informiert über Saurier, Bergbau und Sandstein / 13 Führer ausgebildet

Lehrpfad rund um die Dinospuren eröffnet

Obernkirchen (jaj). Gut drei Jahre sind seit der Entdeckung der Dinospuren im Obernkirchener Sandsteinbruch vergangen. Gestern ist die Fläche mit den Dinospuren nun offiziell eingeweiht und an die Öffentlichkeit übergeben worden.

veröffentlicht am 08.11.2010 um 19:17 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

Die neu errichteten Infotafeln geben viele Hintergrundinformatio

Rund um die Dinosaurierfährten wurde in den vergangenen Monaten ein über vier Kilometer langer Info- und Lehrpfad errichtet, der am Infopavillon am JBF-Zentrum beginnt und den Besuchern nicht nur Informationen über Dinosaurier, sondern auch über den Steinkohlebergbau, den Bückeberg, die Geschichte der Region und den Obernkirchener Sandstein gibt.

Auf der oberen Sohle, die noch einmal erweitert wurde, sorgen nun Wege und Plattformen dafür, dass die Besucher gefahrlos direkt über den Spuren entlanggehen können. „Es soll ja schon mal vorgekommen sein, dass jemand in Stöckelschuhen den Abhang heruntergeschlittert ist“, scherzte Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier gestern Nachmittag während des Festaktes. Um auch ohne einen der 13 ausgebildeten Führer einen Einblick zu bekommen, wurden zudem Infotafeln aufgestellt, die über die Spuren, ihre Entstehung und die Dinosaurier informieren.

Schöttelndreier erinnerte auch daran, wem es maßgeblich zu verdanken sei, dass die Fläche erhalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann: Steinbruch-Chef Klaus Köster. „Er hatte nicht die Verpflichtung dazu und hätte einfach unternehmerisch denken und die Steine schreddern können.“ Er dankte Köster für sein Entgegenkommen und hofft, dass Steinbruch und Saurierfährten noch lange existieren.

Köster selbst gab leicht ironisch zu, dass er durchaus daran gedacht habe, erklärte dann aber, was ihn wirklich bewegt habe, die Spuren an Ort und Stelle zu erhalten und sogar weiter freizulegen. Es sei ein Ausspruch von Dr. Michael Schmitz, dem Leiter des naturhistorischen Museums in Mainz, gewesen. „Er sagte, dass es in ein bis zwei Generationen noch viel größeres Wissen über Saurier geben werde als heute.“ Diesen Generationen seien die Obernkirchener Entdeckungen aber nur von Nutzen, wenn sie an Ort und Stelle behalten werden könnten. „Da wusste ich, dass es sich lohnt, die Fläche zu erhalten.“

Dr. Annette Richter, Paläontologin und Grabungsleiterin, informierte noch über ein Highlight des kommenden Jahres: Im April werden Wissenschaftler aus aller Welt zu einem Symposium nach Obernkirchen kommen. „Dann werden wir viele neue Daten und Deutungen zu den Fährten bekommen.“




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