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Unfall am Kindergarten Deckbergen: Aufsichtspflicht war beendet / "Einfühlsame und kindgerechte Erziehung"

Leiterin: Vorwürfe sind "unverschämt" und "abwegig"

Deckbergen (clb). Vor zwei Wochen haben die Eltern einer Tochter, die am 11. Juni vom Klettergerüst des Kindergartens Deckbergen gefallen ist und sich eine Rippenprellung zugezogen hat, öffentlich Vorwürfe gegen die Leiterin der Einrichtung erhoben (wir berichteten).

veröffentlicht am 08.07.2008 um 00:00 Uhr

Dagegen wehrt sich Bärbel D'Amalia jetzt und schildert den Unfallhergang wie folgt: Als das Mädchen von dem Spielgerät gefallen sei, habe sie selber sich im Gebäude aufgehalten und nur das Weinen des Kindes gehört. Aufgrund der draußen stehenden und sich unterhaltenden Elterngruppe, der auch die Mutter angehörthabe, habe sie so laut gerufen, dass das Mädchen sie auch habe hören können. Die Eltern hatten sich zuvor empört, die Kindergartenleiterin habe ihre Tochter "angebrüllt". Um eine Erstversorgung zu gewährleisten, habe sie das Kind mit Arnika-Salbe behandelt - im Beisein der Mutter. Diese habe keinerlei Einwände gegen das Auftragen erhoben. Erst am nächsten Tag hätten ihr Mutter und Tochter berichtet, dass sie beim Arzt gewesen seien und dieser eine Rippenprellung diagnostiziert habe. Von dem"angeblich empfohlenen Kranken- hausaufenthalt" sei ihr nichts bekannt gewesen. Außerdem sei das Kind am Folgetag bereits wieder in die Einrichtung gebracht worden. Als "unverschämt" erachtet sie es, ihr Kompetenzüberschreitung zu unterstellen - zum Auftragen der Salbe sei sie per Vollmacht befugt gewesen. Zudem wehrt sich Bärbel D'Amalia gegen die Anschuldigungen eines offenen Briefes der Eltern, die Erzieherinnen würden sich anschreien, Kinder durch Schreien und Kragenrütteln maßregeln und "nie ein liebes Wort" sagen: "Der Vorwurf ist gegenstandslos und abwegig." Es gebe in jedem Kindergarten Regeln - diese würden den Kindern jedoch auf "einfühlsame und kindgerechte Weise" nahegebracht. Bezüglich des Vorwurfs der Aufsichtspflichtverletzung weist D'Amalia darauf hin, dass die Kinder zu dem Zeitpunkt des Unfalls bereits an die Eltern übergeben worden seien und damit die Beaufsichtigungspflicht rein juristisch gesehen beendet gewesen sei. Das Klettergerüst, dessen Sicherheit die Eltern infrage gestellt haben, befinde sich seit März 2004 auf dem Kindergartengelände; bisher habe sich kein Kind an dem Holzpfosten (der als Fußtritt dienen soll) verletzt. Das Gerüst sei TÜV-geprüft und entspreche den Voraussetzungen.




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