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Tausende Werke aus zweiter Hand locken in die Alte Lateinschule / Zunehmend mehr elektronische Medien dabei

Leseratten machen Beute beim Bücherflohmarkt

Bückeburg (jp). Dass das gedruckte Buch trotz Konkurrenz durch eBook, iPad & Co. alles andere als tot ist, war in den letzten Tagen auf der Frankfurter Buchmesse eindrucksvoll zu erleben. Aber auch in Bückeburg hat der gedruckte Schmöker nach wie vor seine Anhänger: Der Herbst-Bücherflohmarkt in der Stadtbücherei konnte zwar nicht wie der große Messe-Kollege in Frankfurt mit 280 000 Besuchern aufwarten, dennoch war rund um die Büchertische im obersten Stockwerk der Alten Lateinschule praktisch kein Durchkommen, als eine Vielzahl von Leseratten zur literarischen Schnäppchenjagd blies.

veröffentlicht am 12.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:41 Uhr

421 Romane, 351 Sachbücher, 1012 Taschenbücher und 410 Kinderbücher warteten diesmal darauf, an der Kasse von Büchereileiterin Katrin Bormann aufgestapelt, abgezählt und bezahlt zu werden. Hinzu kam eine in den vergangenen Jahren stets angewachsene Zahl elektronischer Medien: 194 Videos, 46 CDs, zehn PC-Spiele und 14 DVDs standen zum Weiterverkauf, außerdem acht Spiele. Dass das zu erwerbende Lesewerk einigermaßen aktuell und auch nicht allzu abgegriffen ist, dafür ist beim Bücherflohmarkt gesorgt: Schon seit einiger Zeit werden Bücherspenden für die Veranstaltung nur noch entgegengenommen, wenn die Secondhand-Schriftwerke nicht älter als zehn Jahre sind.

Und zu finden gab es da auch dieses Mal wieder allerlei ebenso Lesenswertes wie Nützliches, Witziges und Skurriles: Mit mehreren Werken aus der MLP-Reihe des Stuttgarter Hippokartes-Verlags wie der „Neurologie“ von Karl F. Masuhr oder der „Orthopädie“ von Fritz U. Niethard schien sich da offensichtlich jemand von der Fachliteratur seines Medizinstudiums getrennt zu haben. Für die Freunde guter Küche gab es wieder eine Menge Back- und Kochbücher wie beispielsweise „Die 100 besten Brigitte-Rezepte“ oder auch „Alles aus der Muffin-Form“. Wer lieber die grauen Zellen auf Hochtouren bringen wollte, auf den wartete „Der große IQ-Trainer“. Krimi-Freunde kamen ebenso zu ihrem Recht wie die Freunde historischer Romane. Riesengroß war auch das Angebot an Bildbänden und Lexika. Nur Fantasy, Sagen und Märchen waren diesmal ein wenig dünn gesät.

So unterschiedlich das Angebot, so unterschiedlich die Käufer. Völlig entspannt hatten sich nach wenigen Minuten der Suche Valerie Barkhausen (7), Lea Feldmann (7) und Tabea Feldmann (4) mit ihren Beutestücken in eine Ecke zurückgezogen, um genüsslich in den Funden zu schmökern. Vor allem auf Tierbücher und Bilderbücher hatten es die drei Leseratten an diesem Nachmittag abgesehen. Ein anderer Besucher hatte indes nicht die Ruhe weg: „Schön ruhig da hinten, das kann ich ja nun überhaupt nicht haben!“ keifte der bärtige Bücherfan aufgebracht, als ihm im Getümmel am Tisch mit den Taschenbüchern jemand offenbar zu sehr auf Tuchfühlung ging.




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