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Landbund will Anlage in Achum errichten / "Win-Win"-Situation für alle

"Leuchtturmprojekt" - Bioenergie soll den Heeresflieger einheizen

Bückeburg (rc). Die Energieversorgung der Heeresfliegerwaffenschule soll auf Bioenergie umgestellt und damit ein "Leuchtturmprojekt" von bundesweiter, wenn nicht gar europaweiter Bedeutung verwirklicht werden. Dieses ehrgeizige Ziel umrissen Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier sowie Vertreter des Raiffeisen-Landbunds, Kreislandwirtschaft und Projektentwicklungsgesellschaft auf einer Pressekonferenz im Kreishaus in Stadthagen.

veröffentlicht am 23.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Inzwischen sind auch das Verteidigungsministerium und Ministerpräsident Christian Wulff informiert, die das Vorhaben positiv aufnahmen und allesamt versprachen, sich für das Projekt stark zu machen. Läuft alles wie geplant, könnte bereits 2008 eine Biogasanlage mit einer Leistung von zwei Megawatt, in der Spitze vier Megawatt, samt eines Heizkraftwerkes daneben auf dem Flugplatz in Betrieb genommen werden. Zum einen soll mit ihr Strom erzeugt werden, der ins Stromnetz eingespeist wird, zum anderen wird Wärme für den Bedarf des Flugplatzes, eventuell sogar für den Bedarf der Jägerkaserne erzeugt. Als klassische "Win-Win-Situation" bezeichnete Landbund-Geschäftsführer Wilhelm Gottschalk das Projekt. Die Bundeswehr profitiere davon, dass die Energiekosten "garantiert" um mindestens 20 Prozent gesenkt werden könnten - sollten Zuschüsse aus EU-Programmen fließen, sogar noch deutlich mehr. Die Schaumburger Land- und Forstwirtschaft habe mit der Biogasanlage einen ortsnahen, sicheren Abnehmer. Fläche und Biomasse in Form von Silage, Mais oder Holzhackschnitzel stünden im Landkreis ausreichend zur Verfügung. Rund 1000 Hektar werden benötigt, um die Anlage am Laufen zu halten: 30 000 Hektar stehen im Landkreis zur Verfügung. "Ein nachhaltiger Energieverbund also zum Vorteil aller Beteiligten", bekräftigte der Landrat. Nach den Vorstellungen von Kreis und Landbund soll die Bioenergieanlage nach dem Betreibermodell gebaut und betrieben werden: Die Investoren- und Betreibergruppe baut und betreibt, die Bundeswehr kauft die erbrachten Leistungen, in diesem Fall die Energie. Ein vergleichbares Modell wird bereits auf dem Flugplatz betrieben, wo der zweite Simulator ebenfalls von einem Betreiber erstellt und betrieben wird, die Bundeswehr nur noch die Simulatorstunden kauft. Durch das Betreibermodell könnten vielfältigste Konjunktur- und Förderprogramme in Anspruch genommen werden. Dadurch könnten die Investitionskosten gesenkt werden, was sich wiederum positiv auf den Endabnehmerpreis auswirken könnte, warb der Landbund-Geschäftsführer. Derzeit befindet sich das gesamte Projekt noch in einem sehr frühen Stadium. Erst diese Woche etwa erhielt der Landbund von der zuständigen Wehrbereichsverwaltung Zahlen über Energiebedarf und Jahresverbrauchskurven. Der Landbund will nun "unverzüglich" ein konkretes Angebot unter Einschluss der Nutzung aller Fördermöglichkeiten vorlegen: "Vertragsverhandlungen über einen Betreibervertrag könnten verzugslos folgen." Wenn dem am Ende nicht noch das Verteidigungsministerium entgegensteht: In seinem Antwortschreiben bekräftigte Verteidigungsminister Franz Josef Jung zwar, dass er dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Er verwies aber auch darauf, dass bei erwiesener Wirtschaftlichkeit zügig "die Wärmelieferung aus Biorohstoffen ausgeschrieben werden kann." Der Landrat: "Da müssen wir bei Jung noch Überzeugungsarbeit leisten. Wenn ausgeschrieben wird, kommt die Region nicht zum Zuge. Das Konzept besticht gerade durch seine Nähe von Biomasse und Anlage - ohne lange Transportwege."




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