weather-image
×

Nabu nimmt Streuobst-Projekt in Angriff / Fürstliches Forstamt stellt Gelände zur Verfügung

Lieblingskind: Wiesenwunsch wird Wirklichkeit

Bückeburg (mig). Streuobstwiesen werden in Deutschland immer seltener – seit den fünfziger Jahren ist ihr Bestand um rund 65 Prozent zurückgegangen. Diese traurigen Zahlen haben die Bückeburger Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) jetzt zum Handeln veranlasst. Auf einem 8900 Quadratmeter Areal an der Tiefen Straße (Bergdorf) wollen sie eine 50 bis 70 „Hochstämmer“ umfassende Streuobstwiese anlegen.

veröffentlicht am 16.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 22:41 Uhr

Die Anlage einer Streuobstwiese ist schon seit langem ein „Lieblingskind“ der Nabu-Ortsgruppe. Nachdem es jetzt endlich geklappt hatte, waren anlässlich der Hauptversammlung nur frohe Gesichter zu sehen. Nabu-Chef Alfred Matthaei: „Das ist ein Wunschprojekt, das wir schon lange angedacht haben. Schön, das wir es jetzt umsetzen können.“ Unterstützung fand der Nabu beim Fürstlichen Forstamt, das das Gelände am Harrl langfristig zur Verfügung gestellt hat. „Wir werden noch lange Freude daran haben, selbst wenn wir der Hofkammer den zehnten Teil abgeben.“

Konkret sollen auf der ehemaligen Weide rund 50 bis 60 hochstämmige Obstbäume (alte, wenig empfindliche Sorten) angepflanzt werden. Achten will man dabei auf eine ausgewogene Mischung, ein Schäfer soll die Wiese eventuell kurz halten. Die Bäume bekommen einen besonderen Schutz (beispielsweise gegen Wühlmäuse), außerdem ist die regelmäßige Pflege (Schnitt) wichtig.

Als eine der artenreichsten Kulturlandschaften Europas bringt die Streuobstwiese aber nicht nur Vorteile für die Umwelt. Auch für den Verein selbst entstehen neue Handlungs- und Betätigungsfelder. Geplant sind Baumschnittkurse, Baum-Patenschaften und weitere laufende Aktionen. Positiv auch: Das langfristige Projekt wird sowohl vom Nabu als auch von der EU gefördert. „Wenn alles gut geht, haben wir keinen Mittelverbrauch“, betonte Alfred Matthaei.

Vorgestellt wurde bei der Jahresversammlung auch die neue „Bückeburger LandTour“ – ein Konzept zur „Fahrradfreundlichen Kommune“. Das im Rahmen von „Leader+“ geförderte interkommunale Projekt der Stadt Bückeburg und der Samtgemeinde Eilsen wird von der Nabu-Ortsgruppe begleitet – die Naturschützer erstellten zahlreiche Infoblöcke. Die Tour soll bis zum 30. September fertiggestellt sein, rund 52 Kilometer Radweg um Bückeburg werden dann durch die unterschiedlichen Kultur- und Landschaftsräume führen. Der Weg selbst bekommt eine einheitliche Grundausstattung, 14 Erzählstationen – zum Teil mit Bänken und Tischen ausgerüstet – sollen den Erlebniswert der Route erhöhen.

In seinem Geschäftsbericht hatte Nabu-Ortsgruppen-Chef Matthaei zuvor auf das vergangene Jahr Rückschau gehalten. Unter anderem wurden Nistkästen gebaut, es gab eine Vogelstimmenwanderung und einen Fledermausabend. Außerdem wurden Kopfweiden gescheitelt.

Derzeit hat der Verein 300 Mitglieder. Bei der Vorstandswahl wurden der Vorsitzende Matthaei, der stellvertretende Vorsitzende Conrad Vogt, Schriftführer Hauke Herms sowie Kassenwart Gerd Oppenhausen in ihren Ämtern bestätigt.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige