Rehburg-Loccum. Bei der Polizei herrscht Unverständnis darüber, dass der mehrfach wegen Vergewaltigung verurteilte Jörg N. unbegleitete Freigänge aus der Entzugsklinik in Bad Rehburg machen durfte. Der 48-Jährige wird für den Tod der 23 Jahre alten Judith T. in Loccum verantwortlich gemacht. Er soll sie während eines Freigangs im vergangenen September getötet haben. Dabei galt N. als potenzielle Gefahr für die Allgemeinheit: Im Anschluss an seine Therapie im Maßregelvollzug in Bad Rehburg drohte ihm aufgrund eines Urteils von 2012 die Sicherungsverwahrung. Die Richter bescheinigten ihm laut „Ostfriesischen Nachrichten“ ein „verächtliches Frauenbild“. Seit Donnerstag sitzt Jörg N. in Untersuchungshaft.
Rehburg-Loccum. Bei der Polizei herrscht Unverständnis darüber, dass der mehrfach wegen Vergewaltigung verurteilte Jörg N. unbegleitete Freigänge aus der Entzugsklinik in Bad Rehburg machen durfte. Der 48-Jährige wird für den Tod der 23 Jahre alten Judith T. in Loccum verantwortlich gemacht. Er soll sie während eines Freigangs im vergangenen September getötet haben. Dabei galt N. als potenzielle Gefahr für die Allgemeinheit: Im Anschluss an seine Therapie im Maßregelvollzug in Bad Rehburg drohte ihm aufgrund eines Urteils von 2012 die Sicherungsverwahrung. Die Richter bescheinigten ihm laut „Ostfriesischen Nachrichten“ ein „verächtliches Frauenbild“. Seit Donnerstag sitzt Jörg N. in Untersuchungshaft.
Bei der Polizeidirektion Göttingen, zu der auch Loccum und Bad Rehburg gehören, sieht man die Freigänge des 48-Jährigen kritisch. Polizeipräsident Uwe Lührig hat eine klare Haltung zu dem Fall: „Es ist für mich unverständlich, dass jemand, der für die Sicherungsverwahrung vorgesehen ist, unbegleiteten Ausgang bekommt“, sagte er. Und das, so Lührig, „in einer Zeit, in der er noch im Entzug ist“. Jörg N. war meistens betrunken, wenn er zuschlug.
Dennoch durfte er seit Ende 2014 allein auf die Straße. Die Lockerungen gewährten ihm die Maßregelvollzugsklinik in Bad Rehburg, externe Gutachter sowie die Staatsanwaltschaft in Aurich in einer gemeinsamen Entscheidung. Das Maßregelvollzugsgesetz sieht das so vor – die Polizei bleibt bei der Entscheidung über Freigänge im Maßregelvollzug außen vor.
Ein Fehler, wie Lührig findet. Er plädiert dafür, das Verfahren zu überarbeiten und die Polizei bei der Entscheidung über Freigänge im Maßregelvollzug hinzuzuziehen. „Man muss das Verfahren überprüfen und sehen, ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt.“ Nach Auffassung Lührigs sollte „nicht nur die Staatsanwaltschaft, sondern auch die örtliche Polizei mit einbezogen werden“.
Dann wäre die Entscheidung, wie weit die Lockerungen für Jörg N. gehen durften, vielleicht anders ausgefallen. Die Polizei hat dem Vernehmen nach bereits einmal verhindert, dass N. Lockerungen bekommt: Bevor er 2013 in den Entzug nach Bad Rehburg kam, saß der 48-Jährige elf Monate im gewöhnlichen Strafvollzug in Ostfriesland. Als es dort um Lockerungen ging, lehnte die örtliche Polizei offenbar ab. Anders als im Maßregelvollzug wird die Polizei im Justizvollzug um ihre Einschätzung gebeten.
Ob die Ablehnungsgründe heute noch bestehen, ist unklar. Seither hat Jörg N. einige Jahre Therapie hinter sich. Andererseits wird der 48-Jährige bei der Polizei in Nienburg auch heute noch als „gewalttätig“ geführt.