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Debatte entbrennt erneut / Thomas Brandt: Unverschämt – Anbieter verkaufen Handys, die man nicht nutzen kann

Loch im Mobilfunknetz: Bürger drängen Rat zum Handeln

Wiedensahl (gus). Der Unmut von Bürgern hat den Gemeinderat Wiedensahl dazu bewogen, sich erneut mit dem Thema Mobilfunknetz zu befassen. Zumindest willigte Bürgermeister Helmut Schaer (SPD) im Laufe der Debatte bei der Einwohnerfragestunde ein, schriftlich bei möglichen Handy-Netzbetreibern nachzuhaken, ob sie den Ort entsprechend versorgen können.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:22 Uhr

Rüdiger Dittmann nutzte die Einwohnerfragestunde bei der jüngsten Zusammenkunft des Rates dazu, seinem Unmut über die Mobilfunkversorgung Luft zu machen. Das Handy-Netz in Wiedensahl sei schlecht, warum sei dies so und warum habe der Gemeinderat das Unternehmen Vodafone seinerzeit aus einem laufenden Vertrag entlassen? Diese Fragen richtete Dittmann an die Politiker. Das Thema sei einfach in der Schublade verschwunden, und keiner rede mehr darüber.

Schaer erklärte, dass die Gemeinde seinerzeit– vor gut zwei Jahren – alles versucht habe, aber rechtlich keine Handhabe gegen den Rückzug Vodafones hatte. Das Unternehmen stellte den Betrieb in Wiedensahl ein, weil nicht genügend Handynutzer über den eigens im Busch-Dorf errichteten Funkmast telefonierten. Es sei anderen Gemeinden, Schaer nannte Hespe, genauso gegangen wie den Wiedensahlern.

Da auch die Telekom Wiedensahl nicht mit einem Mobilfunknetz versorgen möchte – es sei denn, es flösse viel Geld –, sah der Bürgermeister die Gemeinde nicht in der Pflicht, sich erneut um eine bessere Versorgung zu kümmern. Dies wollte Dittmann nicht hinnehmen, bat um erneute Bemühungen der Kommune.

Unterstützung erhielt er von Thomas Brandt. Dieser nannte es eine Unverschämtheit, dass Handy-Anbieter wie Vodafone Mobiltelefone vertreiben und Verträge abschließen, und die Kunden dann nicht mit ihren erworbenen Geräten telefonieren können. Ihn als Geschäftsmann behindere dies enorm – denn für seine eigenen Kunden sei er in Wiedensahl per Handy nicht erreichbar. Auch Brandt forderte erneutes Handeln. Ratsmitglied Rolf Harmening (CDU) überzeugte der Vortrag der beiden Zuhörer. Er schlug vor, dass Vodafone, die Telekom und alle weiteren Handynetzbetreiber von der Gemeinde angeschrieben und um Stellungnahme zum Thema gebeten werden. Über die Schwäche des Mobilfunknetzes bestand im Übrigen Einigkeit. Es herrsche ein Süd-Nord-Gefälle. Zudem sei die Verfügbarkeit des Netzes stark wetterabhängig. Bisher waren indes alle Bemühungen der Gemeinde, Abhilfe zu schaffen, gescheitert.




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