weather-image
28°
×

„Aqua-Kino“ gefällt im Dr.-Faust-Hallenbad mit Trickfilm-Abenteuer

Logenplatz im Gummiboot

Bückeburg. Wenn sich ungefähr 200 große und kleine Badegäste in ausgelassener Fröhlichkeit im Dr.-Faust-Hallenbads vergnügen und plötzlich auf einen Schlag verstummen, dann muss etwas ganz Besonderes die gesamte Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben: In diesem Fall war dies eine rund vier mal sechs Meter messende Großbildleinwand am Kopfende des Schwimmerbeckens, auf der zu den bekannten Fanfarentönen das weltberühmte Intro mit dem von Scheinwerfern angeleuchteten Art-Deco-Gebäude des Filmstudios 20th Century Fox erschien. Zum vierten Mal hatten die Bückeburger Bäder zum „Aqua-Kino“ geladen, und eine Vielzahl wasserbegeisterter Filmfans ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, mit „Home – ein smektakulärer Trip“ erneut ein turbulentes Animationsmärchen zu erleben.

veröffentlicht am 29.02.2016 um 13:50 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:41 Uhr

Autor:

Im Kino baden zu gehen, diese Formulierung wird üblicherweise für den Fall verwendet, wenn man entweder als Zuschauer mit einem wenig unterhaltsamen Streifen konfrontiert wird oder als Produzent oder Regisseur mit einem eigenen Werk in der Publikumsgunst durchfällt – eine Erfahrung, die beispielsweise jüngst der ansonsten so erfolgsverwöhnte Til Schweiger mit seinem Tatort-Spin-Off „Tschiller – Off Duty“ machen musste. Nicht so jedoch die Bückeburger Bäder: Die landeten bereits vor sechs Jahren, als sie mit dem melancholischen Animationsfilm „Wall.E“ erstmals eine „Aqua-Kino“-Vorstellung anboten, einen Volltreffer in der Publikumsgunst.

Seitdem verwandelt sich das Dr.-Faust-Hallenbad alle zwei Jahre in einen feucht-fröhlichen Filmpalast. Das Publikum nimmt dabei in Schlauchbooten auf dem Wasser Platz. Schiffbruch erlitt dabei bislang nur einer: Eben der bereits erwähnte und offensichtlich in vielen Dingen momentan etwas glücklose Til Schweiger konnte mit seiner Komödie „Keinohrhasen“ beim ersten „Aqua-Kino“ im Bückeburger Hallenbad nicht punkten. Die war seinerzeit am gleichen Tag nach „Wall.E“ als zweiter Film für die etwas älteren Besucher gezeigt worden, wofür diese jedoch kaum Interesse aufbrachten. „Für uns war das damals wirtschaftlich kein allzu großes Problem, da wir die beiden Filme im Paket gekauft hatten“, so Betriebsleiter Erik Rechenberg rückblickend. Aber eine Erfahrung, die klar besagte: „Aqua-Kino“ ist vor allem etwas für die jüngeren und jüngsten Cineasten.

Wie bei „Shrek 4“ und „Madagascar 3“ hatten die Wasser- und Freiluft-Kino-Spezialisten der Hamburger Firma „Outdoor-Cine“ auch in diesem Jahr wieder ein aktuelles Trickfilm-Abenteuer im Gepäck: Gestartet vor ziemlich genau einem Jahr in den deutschen Kinos erzählt „Home – ein smektakulärer Trip“ eine phantasievolle, skurrile und turbulente Science-Fiction-Geschichte, wie sie sich ein Fox Mulder im Grundschulalter ausgedacht haben könnte.

Schusseliger Außerirdischer

Die Erde wird von den Boovs, einer eigentlich recht freundlichen, aber etwas weltfremden Sorte Außerirdischer, besetzt, die sich auch gleich die menschlichen Städte und Wohnungen unter den Nagel reißen und dafür deren ursprüngliche Bewohner zwangsweise in Disneyland-ähnliche Mustersiedlungen in Australien umquartieren. Dann jedoch unterläuft dem liebenswerten, aber mittelschwer schusseligen Außerirdischen Oh (in der deutschen Version gesprochen von Bastian Pastewka) ein verhängnisvolles Missgeschick: Als er Freunde und Nachbarn zur Einweihungsparty in seinem neuen Penthouse einladen will, verschickt er die Einladung von seinem Handy versehentlich auch gleich an das ganze Universum, und damit auch an die verfeindete Alien-Spezies der Gorg, vor denen die Boovs gerade erst geflüchtet sind. Zusammen mit dem Menschen-Mädchen Tip und der Katze mit dem klangvollen Namen Schwein muss sich Oh per Flug-Auto auf eine abenteuerliche Reise um die ganze Welt machen, um seinen fatalen Fehler wieder auszubügeln. Brillante Tricktechnik, rasante Action und Situationskomik zeichnen das von den „Shrek“-Erfindern Dreamworks kreierte Leinwandabenteuer aus.

Eine spezielle Gruppe im Publikum hatte hingegen aller Gags zum Trotz keinen Blick für den Spaß auf der Leinwand: Die Mitarbeiter der Bäder GmbH sowie Mitglieder der DLRG sorgten sich während der Vorstellung um die Sicherheit der Zuschauer am und im Wasser. Neben mehreren Helfern zur Unterstützung des Bäder-Teams hatte DLRG-Einsatz-Chef Klaus Schneider vier ausgebildete Taucher mitgebracht, um nicht nur vom Beckenrand, sondern auch von unterhalb der Wasseroberfläche stets alle Zuschauer gewissenhaft im Auge behalten zu können. Neben den Wasserrettern richtete Bäder-Betriebsleiter Erik Rechenberg ein dickes Dankeschön an die Stadtwerke und die Volksbank in Schaumburg, die das „Aqua-Kino“ im Dr.-Faust-Hallenbad als Sponsoren einmal mehr unterstützt haben.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige