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Friseurhandwerk bemüht sich um mehr Nachwuchs / Mariella Conrad neue Innungs-Obermeisterin

„Mach was aus dir, mach was aus anderen“

Landkreis. Fast ausschließlich weiblich besetzt ist der neue Vorstand der Friseur-Innung Schaumburg. Einstimmig an die Spitze gewählt haben die Mitglieder der jüngsten Innungsversammlung die Friseur-Meisterin Mariella Conrad (41) aus Sachsenhagen.

veröffentlicht am 25.02.2013 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:33 Uhr

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Die neue Obermeisterin beging vor Kurzem ihr 25. Berufsjubiläum und führt seit rund einem Jahrzehnt das Friseurgeschäft „Haar-Zauber“ mit drei Mitarbeitern in Sachsenhagen. Conrad folgt der Stadthägerin Brigitte Knobloch nach, die nach drei Jahren Amtszeit aus zeitlichen Gründen nicht wieder antrat.

Zur stellvertretenden Obermeisterin wurde Martina Krzyzaniak (Haste) gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder: Lehrlingswartin Veronika Gehrke (Bad Nenndorf), Schriftführerin Anke Neermann (Auetal), Kassenwartin Barbara Grosser (Rinteln) sowie die Beisitzer Ruth Stubel (Buchholz) und Emidio Gaudioso (Bückeburg).

Die Zusammensetzung des Vorstands spiegelt nach den Worten von Conrad durchaus eine Tendenz im Friseurgewerbe wieder: Immer mehr Betriebe werden von Meisterinnen geführt. Zur Friseur-Innung Schaumburg gehören aktuell 53 Betriebe mit insgesamt 220 Mitarbeitern, davon etliche in Teilzeit. Zudem sind in diesen Betrieben insgesamt rund 50 Auszubildende beschäftigt.

Genau dieses Stichwort wird die Arbeit des neuen Vorstands laut Conrad in der kommenden Zeit stark prägen. Denn genügend Nachwuchs zu finden, werde für die Branche zunehmend zum Problem. „Derzeit befinden sich kreisweit im ersten Lehrjahr nur zwölf Azubis, das ist definitiv zu wenig“, rechnete die Obermeisterin vor. Einigen hiesigen Ausbildungsbetrieben lägen für das kommende Ausbildungsjahr noch keine Bewerbungen vor.

„Kümmerer“ im Vorstand für die Nachwuchswerbung ist Emidio Gaudioso. Speziell dafür fortgebildet, soll er als „Botschafter“ für das Berufsbild des Friseurs vor allem in Schulen tätig werden. Nutzen kann er dafür eine aktuelle Kampagne des Zentralverbands des deutschen Friseurhandwerks unter dem Motto „Mach’ was aus Dir, mach’ was aus anderen“. Wie Gaudioso sagte, bestehe verbreitet das Vorurteil, „als ob es beim Friseurberuf nur ums Haareschneiden geht“. Das Berufsbild sei aber vielgestaltiger und biete interessante Entwicklungsmöglichkeiten. Gaudioso nannte die Stichworte Visagist, Maskenbildner, Stylist sowie die Betreuung von Cat-Walk-Auftritten und Ähnlichem. „Dies müssen wir an junge Leute heran tragen, vor allem an junge Männer, die sich im Moment kaum noch für den Friseurberuf interessieren.“

Der Innungsvorstand zeigte sich in diesem Zusammenhang zufrieden darüber, dass der Monatslohn für Auszubildende im ersten Lehrjahr zum 1. August dieses Jahres auf 400 Euro angehoben werden soll.

Infos über freie Azubi-Plätze sowie über Ausbildungsinhalte und Berufsperspektiven im Friseurhandwerk gibt es im „Haus des Handwerks“, Bahnhofstraße 23, 316 55 Stadthagen, Telefon (0 57 21) 7 70 91, Email: kh-schaumburg@t-online.de.




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