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Karl-Werner Heise am Schloss abgeholt / Roulade auf Stadt-Rechnung

Majestätische Kulisse

Rodenberg. In wahrlich majestätischer Umgebung ist am Montagmorgen der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Schützenkönig Karl-Werner Heise vom Schützenbataillon abgeholt worden. Denn diese Prozedur war von den Organisatoren auf die Museumsinsel verlegt worden. Dafür gab es zweierlei Gründe.

veröffentlicht am 13.07.2015 um 19:10 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 00:22 Uhr

Hätte das Bataillon Heise, wie sonst üblich, daheim abgeholt, wäre der Umzug reichlich kurz ausgefallen, denn der Schützenkönig 2014 ist seit gut 30 Jahren der Wirt des Sportheims – da hätten Bürgerschützen, Knüppelgarde und Jungschützen schon einige Male im Kreis marschieren müssen, ehe sie auch nur ansatzweise auf Touren gekommen wären. Statt zu Heises Elternhaus am Bassenbrink führten Schützenoberst Michael Grädener und Adjutant Christian Wolf den Tross zur Museumsinsel, um die 400-Jahrfeier der Rodenberger Stadtrechte zu würdigen.

Seine Rede hielt Heise also im Stil eines Feudalherren vor der Kulisse des Schlosses. Der gerade erst sanierte Treppenturm kam perfekt zur Geltung. Heise erinnerte sich an das Vorjahr, als ihm der beste Schuss des Schützenfestes gelungen war. Mit versteinerter Miene sei ein Komitee-Mitglied vor dem Festessen auf ihn zugekommen und habe ihm eröffnet: „Deine Roulade kriegst du heute umsonst – die Stadt lädt dich ein.“ Sollte heißen: „Herzlichen Glückwunsch zum Königstitel.“

Als Ur-Rodenberger hatte Heise den Wink mit dem Zaunpfahl selbstverständlich sofort verstanden. „Mir lief ein Schauer über den Rücken. Endlich hatte ich es geschafft“, blickte der König zurück. Und ausgerechnet 2014/15 war es ihm gelungen, wo Rodenberg 400 Jahre Stadtrechte und Heise 30 Jahre als Sportheim-Pächter feierten. Doch er streute auch einen nachdenklichen Satz ein: „Schade, dass meine Eltern das nicht mehr miterlebt haben.“

Zu den Klängen der „Schaumburger Musikanten“ setzte sich das Bataillon nach dem Ehrentanz und einem Umtrunk wieder in Bewegung, um die nicht minder beliebte Kulisse des Festzeltes aufzusuchen, wo das nächste Königshaus zu ermitteln war. Da ahnte noch niemand, wer wohl diesmal seine Roulade auf Kosten der Stadt verspeisen würde. gus

Bilder auf sn-online.de




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