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81-Jähriger erforscht Mittelweserraum

Mammutzähne, Speerspitzen und Dinofußabdrücke

Loccum (ade). Zähne von Mammuts, Schädel von Riesen-Hirschen, Hufeisen aus der Römerzeit, Speerspitzen, Steinbeile und versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke türmen sich in dem Haus von Konrad Wiebking. Die Sammlung, die der Loccumer zusammengetragen hat, umfasst viele Erdzeitalter - gemein ist allen Stücken, dass er sie im Umkreis von Loccum gefunden hat.

veröffentlicht am 15.07.2008 um 00:00 Uhr

"Das ist ein kleiner Beinknochen", erklärt Konrad Wiebking und hievt einen Teil des Skeletts eines Mammuts in die Höhe. Klein ist der Knochen nur im Vergleich zu anderen Funden, die der 81-Jährige in den vergangenen 50 Jahren gemacht hat - und ragt mehr als einen Meter in die Höhe. Daneben hängt ein Mammut-Stoßzahn von 3,30 Meter Länge in einer Halterung, auf dem Boden liegt das vollständige Skelett eines Nashorns. Wiebking ist in seinem Element, zeigt Schädel, Rippen und demonstriert, wie der Oberschenkelknochen in der Beckenpfanne gesessen hat. Vor rund 50 Jahren, erinnert sich der Loccumer, als er begann, sein Haus zu bauen, da musste er zunächst einen Sandberg mit der Schaufel abtragen. Eine mühselige Arbeit, die ihm allerdings einen Fund einbrachte, der sein Leben veränderte: In dem Sand stieß er auf eine alte Urne. "Dann kam der Sammler-Vogel", schmunzelt er und zeigt noch mehr Fundstücke. Landwirt war Wiebking von Beruf, neben der Bestellung der eigenen Felder hat er immer auch Lohnarbeiten angenommen. "Ich habe die Augen offengehalten", sagt er. So folgten dem ersten Fund weitere und aus der anfänglichen Neugier wurde eine Obsession. Den richtigen Blick für alles, was ungewöhnlich ist, den hat Wiebking. Hilfreich, sagt er, sei es für ihn auch, dass er Wünschelrute gehen könne. Als Kind habe er damit Wasseradern entdeckt, später festgestellt, dass der Stab bei ihm auch reagiert, wenn Metalle, Knochen oder Scherben im Boden verborgen sind. Als Wiebking vor 24 Jahren sein Rentner-Leben begann, widmete er fortan seine Zeit den Spuren der Vergangenheit. In den Steinbrüchen und Kiesgruben der Umgebung, im Kreis Nienburg und teils auch im Mindener Raum ließen die Eigentümer ihn gern gewähren. Wiebking lernte, die Knochen zu präparieren, um sie vor dem Verfall zu bewahren, kartografierte jeden Fund, stellte Kontakt zu Museums-Leitern, zu Paläontologen und Altertumsforschern her, um sich mit ihnen über seine Thesen auszutauschen. Eine Sammlung, die viele Facetten der Geschichte rund um Rehburg-Loccum zeigt, hat Wiebking zusammengetragen. Gern würde er seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich machen. Am Liebsten, sagt er, würde er sie in einem Museum in seiner Heimatstadt zeigen, denn was seine Funde erzählten, das sei auch die Geschichte dieser Stadt. Wer mehrüber die Sammlung von Konrad Wiebking erfahren möchte, sollte am Sonntag, 20. Juli, 18.45 Uhr, im NDR-Fernsehen die Sendung "DAS!" anschauen. Dort wird ein Porträt des Hobby-Archäologen gezeigt.




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