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Semler: Werde zentrale Stelle einrichten

Management für Beschwerden ins Rathaus?

Obernkirchen (rnk). Sollte sie zur Bürgermeisterin der Stadt gewählt werde, will Einzelbewerberin Astrid Semler ein so genanntes "aktives Beschwerdemanagement" einrichten. "Aktiv", weil die Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich um Äußerung von Problemen gebeten würden, "Management", weil laut Semler mit Beschwerden und Hinweisen professionell umgegangen werden soll.

veröffentlicht am 15.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Es soll, so Semler, "nicht nur leicht sein, Beschwerden einfach nur loszuwerden. Es soll nicht nur eine sach- und problemgerechte Reaktion und Bearbeitung erfolgen; die eingehenden Beschwerden werden auch ausgewertet werden und zu Veränderungen führen." Eine Ankündigung, die als Ergebnis ihrer Gespräche mit den Bürgern zu sehen sei, betont die Kandidatin in einer Pressemitteilung. Seit 13 Wochen erhalte sie Hinweise von Bürgern. Die Auswertung nach fast drei Monaten habe eindeutige Schwerpunktbereiche aufgezeigt. "Viele Probleme sind mit geringem finanziellen Aufwand zu beseitigen", meint die Kandidatin. "Einige Beschwerden weisen auf ernsthafte Schwächen oder Fehlentwicklungen hin. Aus ihnen kann die Verwaltung Erkenntnisse darüber gewinnen, wo Handeln erforderlich ist, bevor es zu hohen Folgekosten oder schwerwiegenden Problemen kommt." Durch die zentrale Beschwerdestelle solle eine Klärung der Probleme rathausintern erfolgen. Gegebenenfalls sollten Zwischeninformation erfolgen, auf jeden Fall abschließend eine Information über das Ergebnis an die Beschwerdeführer erteilt werden. "Die Bürger sollen die Sicherheit haben, dass ihre Informationen angekommen sind und bearbeitetwerden, ohne dass sie selber einen Sachbearbeitern aufsuchen müssen." Etwaige Zuständigkeitsklärungen würden rathausintern erfolgen, ohne dass der Bürger das Anliegen möglicherweise an verschiedenen Stellen vorbringen müsse. Und wenn im Einzelfall zur näheren Klärung Kontaktaufnahme durch den Sachbearbeiter mit dem Bürger erforderlich oder sinnvoll sein sollte, werde der weitere Kontakt einschließlich der Erledigungsmitteilung durch den Sachbearbeiter erfolgen. Semler weiter: "Bei konkreten Fragen, etwa zu Bescheiden, werden natürlich weiterhin die Sachbearbeiter zur Verfügung stehen oder ansprechbar sein." "Wenn wir Beschwerden als Verbesserungsvorschläge betrachten, bekommen sie ein ganz anderes Gesicht. Und wenn wir auf die Hinweise reagieren, werden die Menschen, die sie vorbringen, aktiv an der Veränderung und Verbesserung unserer Stadt beteiligt", so Semler. Sie verweist auf Erfahrungen anderer Städte: "Sie zeigen, dass ein Beschwerdemanagement nicht nur zur Zufriedenheit der Bevölkerung führt, sondern es zudem den Mitarbeitern der Verwaltung erleichtert, im Bürgerinteresse zu handeln." Häufig angesprochen wurden von älteren Personen die Öffnungszeiten des öffentlichen WC's, erklärt Semler. Die Zahl älterer Menschen, die die Innenstadt besuchen, habe insbesondere in Zeiten der Rollatoren erheblich zugenommen. "Diese Menschen benötigen häufiger ein WC, scheuen sich aber, Restaurants mit einer entsprechenden Bitte aufzusuchen. " Diesen Hinweisen habe dann durch Information des Reinigungsunternehmens nachgekommen werden können: Die Öffnungszeiten der WC's seien erheblich ausgeweitet worden, erklärt Semler. Es habe sich gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger fast durchgängig keine überzogenen Forderungen und einen Blick für das Notwendige haben, fasst die Diplomverwaltungswirtin ihre Bürgergesprächs-Erfahrungen der letzten Wochen zusammen.




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