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Hubwand defekt, Becken undicht, Sauna wird saniert /Öffnung verspätet / Aber auch Einsparungen

Marodes Hallenbad verschlingt 238 000 Euro

Bad Nenndorf (fox). Die Sanierungsarbeiten im Hallenbad in Bad Nenndorf können nicht wie geplant fertiggestellt werden. Wegen unvorhersehbarer Komplikationen wird das Bad daher nicht am 29. Juli, sondern erst am 11. August eröffnet. Die Sauna bleibt bis zum 18. August geschlossen. Insgesamt investiert der Landkreis als Träger 238 000 Euro in das mehr als 30 Jahre alte Hallenbad. Im kommenden Jahr steht die Beckenkopfsanierung für 200 000 Euro bevor.

veröffentlicht am 26.07.2008 um 00:00 Uhr

Die nächsten Erhöhungen der Kreisumlage dürften die Samtgemeinde finanziell empfindlich treffen. Nachdem der Landkreis bereits im vergangenen Jahr 340 000 Euro für Sanierungen in das Objekt gepumpt hatte, stehen heuer rund 238 000 Euro unterm Strich, wie Hochbauamtsleiter Fritz Klebe erklärt. Mit einer eigenen Umlage werden die Kosten anteilig an die Samtgemeinde Nenndorf weitergegeben, die diese dann den Betriebseinnahmen gegenüberstellt. Aber der Umbau hat trotz der neuerlichen immensen Kosten auch positive Züge. Denn durch den Einbau diverser Technik aus dem energetischen Sektor spart der Landkreis und damit auch die Samtgemeinde jährlich insgesamt rund 45 000 Euro ein, wie Klebe sagt. Badbetriebsleiter Berndt Rodacker - er hat sein weißes Schwimmmeister-Dress derweil in eine blaue Latzhose und Flanellhemd eingetauscht - ist besorgt. Denn der Boden des Schwimmerbeckens hat sich seit der vergangenen Sommerferien-Sanierung weiter abgesenkt. Außer weiteren Minilecks, die langwierige Abdichtarbeiten erfordern, ist von der Absenkungmittlerweile auch die tonnenschwere Hubwand im Hauptbecken betroffen. "Ein Hydraulikstempel ist undicht, Führungsschienen sind verbogen", erklärt Rodacker. Die Folge: Die Trennwand wird dauerhaft festgesetzt. Eine Reparatur kommt nicht infrage, diese würde 30 000 Euro kosten. Die jährlichen Wartungskosten von 9000 Euro blieben bestehen. Metallteile für die Festsetzung sind bestellt, doch es gibt Lieferengpässe. In der Konsequenz muss Rodacker die Eröffnung des Bades verschieben. "Es ist nicht einfach mit ,Pflaster drauf und gut' getan", sagt der Betriebsleiter. Die Problematik liegt in dem Zeitfenster, das für die Arbeiten zur Verfügung steht. Vom Ablassen des Wassers bis zum Wiedereinfüllen der 1,3 Millionen Liter bleiben für Arbeiten, die vorher nicht zu erledigen und auch nicht abzusehen waren rund zweieinhalb Wochen -neben dem üblichen Wartungsaufwand. Nicht nur das Becken, auch die Sauna wird saniert. Beleuchtung, Brandmeldeanlage und Lüftung sind erneuert, zudem sind die Räume umgestaltet worden. 120 000 Euro habe dies gekostet, wie Klebe sagt. Rodacker hebt die neuen warmen Farben hervor, die dort nun die Wände zieren. Verantwortlich ist dafür die Berliner Designerin Heike Lindenhahn. Diese hat auch die Wände im Babybecken-Bereich gestaltet - dort schwimmen nun Koffer- und Doktorfische an den Wänden und geben dem Bereich eine besondere Note. Auf die Künstlerin war Rodacker aufgrund seiner Tätigkeit im Bundesausschuss für Bäderbetriebe gestoßen. Den hohen Ausgaben steht eine sich immer stärker abzeichnende Energiepolitik für das Bad gegenüber. Durch Technik zur energetischen Optimierung der Wasseraufbereitung, die insgesamt rund 30 000 Euro kostet, spart der Träger jährlich rund 10 000 Euro ein. Der Anschluss an die Biogasanlage im Horster Feld als Wärmelieferant spart 15 000 Euro jährlich. Noch vor der nächsten Heizperiode soll die Bad-Technik an die Fernwärme-Leitungen angebunden werden. Ein weiterer Punkt hilft ebenfalls Sparen: Eine sogenannte Spülwasserrückgewinnungsanlage, die das Wasser zur Filterreinigung klärt, kostet zwar 25 000 Euro, spart jährlich aber nochmals rund 10 000 Euro ein. An der Entwicklung der Anlage ist Rodacker selber beteiligt gewesen. "Wir können froh sein, dass wir derart fähiges Personal in unseren Reihen haben", lobte Klebe den Betriebsleiter.




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