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Landrat und Krankenhausleitung reagieren auf CDU-Äußerungen / Montag eröffnet Dialyse-Station

"Massiver Image-Schaden für Standort Rinteln"

Rinteln (crs). Als "wenig sensibel und völlig haltlos" kritisiert Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier die Äußerungen einzelner CDU-Mitglieder zum Rintelner Kreiskrankenhaus. "Wer derart schlecht informiert den Erhalt des Krankenhauses in Frage stellt, schadet dem Image ganz massiv." Ähnlich betroffen reagieren die Führungskräftedes Krankenhauses selber, Chefarzt Dr. Horst-Helmut Krause und Verwaltungsleiterin Tatjana Daum. "Sachlich falsch und nicht hilfreich" seien die Äußerungen: "Das können wir nicht gebrauchen."

veröffentlicht am 12.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Bei der Podiumsdiskussion der CDU-Mittelstandsvereinigung am Mittwoch waren Vermutungen laut geworden, Rinteln würde gegenüber Stadthagen benachteiligt, so etwa bei der Vergabe von Spezialabteilungen (wir berichteten). Entschieden wies Schöttelndreier gestern diese Annahme zurück. Das Krankenhaus Rinteln sei in ständiger Entwicklung: "Erst am kommenden Montag wird hier die stationäre Dialyse eröffnet,ein Medizinisches Versorgungszentrum für den Landkreis soll ebenfalls zunächst in Rinteln entstehen." Krause untermauerte diese Einschätzung mit Verweis auf die Alleinstellungsmerkmale Schlaflabor, Männergesundheit und Zentrale Aufnahmestation: "Wir sind stolz auf die fachliche Kompetenz, die Rinteln vorweist." Das Verhältnis zu Stadthagen beurteilt der Fachmann sehr viel entspannter als die Politik: "Es ist eine gesunde Konkurrenz, das belebt das Geschäft zum Wohl des Patienten." Mit Zielgutachten der Wirtschaftsprüfer Gebera und PricewaterhouseCoopers setze der Krankenhausträger bereits seit Mitte der neunziger Jahre auf fachliches Knowhow von außen, parierte Schöttelndreier den Ruf nach externer Beratung; auch über die "KTQ"-Zertifizierung würden beide Häuser von unabhängigen Gremien bewertet. "DieCDU fordert etwas ein, was längst existiert." Ähnlich beim "Gesamtkonzept" für Schaumburg: Auf Schöttelndreiers eigene Initiative hin werde das Bückeburger Krankenhaus Bethel seit 1998 mit einbezogen. "Wir tagen regelmäßig, stimmen unser Leistungsspektrum ab." Die Forderung nachöffentlichen Sitzungen des Krankenhausausschusses lehnte Schöttelndreier ab. "Das ist schließlich ein Wirtschaftsbetrieb, hier werden sensible Sachen behandelt." Und: Dass der Informationsfluss innerhalb der CDU-Fraktion offenbar nicht funktioniere, sei nicht Sache des Landkreises. Bei Personalentscheidungen würden niedergelassene sehr wohl beteiligt, entgegnete Schöttelndreier auf einen weiteren Vorwurf. Die Unterstellung, die Chefarztstelle in der Chirurgie sei bewusst erst mit reichlich Verzögerung neu besetzt worden, wies er entschieden zurück. "Nicht zuletzt auf Wunsch des Krankenhauses", so bestätigte Verwaltungschefin Daum, sei die Suche konsequent, aber behutsam angegangen worden. Grund: Nach den Querelen mit dem Vorgänger (Krause: "Die Schwierigkeiten waren im Auswahlverfahren nicht zu erkennen") brauchte die Chirurgie Zeit, sich neu zu ordnen. "Wir haben eine schwierige Phase hinter uns", räumte Schöttelndreier ein. "Aber jetzt geht es wieder aufwärts." Eine eindringliche Bitte formulierte Krause an die Politik: "Halten Sie das Krankenhaus aus wahltaktischen Manövern raus!" Bislang habe bei Krankenhaus-Entscheidungen in Schaumburg Parteipolitik keine Rolle gespielt. "Und nur deshalb leben wir noch - in Stadthagen und in Rinteln."

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