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Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Göttingen zu Gast in der Grundschule am Rosenbusch

Mediensicherheit will gelernt sein

HESSISCH OLDENDORF. Lasse geht in die vierte Klasse. Dort wird das Thema „Eisbären“ durchgenommen.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 00:00 Uhr

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Als er erzählt, dass er mit seiner Mutter im Zoo war und sie ihm ein Eisbär-Kuscheltier gekauft hat, wird er ausgelacht. „Du bist ja ein Baby“, sagen Klassenkameraden zu ihm.

Weil er für seine Hausaufgaben über Eisbären recherchieren muss, erlaubt ihm seine Mutter, im Internet nachzuforschen. Im Schulchat kommt er in Kontakt mit „frozen frog“, der ihm von einem Computerspiel erzählt. Klar, da möchte Lasse mitspielen. Dafür muss er sich mit einem eigenen Profil anmelden und gibt dabei private Daten preis, lädt sogar ein Foto von sich hoch. Dann kann er endlich mit „frozen frog“ zocken. Als Lasse den Computer verlässt, bleibt er online. „Frozen frog“, ein Schulkamerad, ist sauer über die Spielunterbrechung. Er rächt sich, indem er Lasses Profilbild ändert: Nun hat Lasse einen Schnuller im Mund und eine Schleife auf dem Kopf, unter dem Bild steht „Lasse-Baby!“ Als Lasse zurückkehrt, trudeln gehässige Kommentare ein, wie „Der macht bestimmt noch in die Windeln.“ Lasse ist verzweifelt, traurig, sauer und hilflos. „Das ist der Beginn von Cyber-Mobbing“, erklären Kriminalhauptkommissarin Uta Pape und Diplompädagogin Pia Bunsmann von der Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Göttingen. Im Rahmen des Projektes „Fit und fair im Netz: Auf dich kommt es an!“ sind sie seit dem Sommer an Schulen unterwegs. Mithilfe ihres Puppenspiels möchten sie Kindern den verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit digitalen Medien vermitteln. Zu Gast in der Grundschule am Rosenbusch machen sie die Viertklässler auf mögliche Gefahren im Internet aufmerksam und erarbeiten mit ihnen Verhaltensregeln und Handlungsmöglichkeiten wie: „Verwendet nur Kindersuchmaschinen, schützt eure Daten und seid vorsichtig, was ihr im Netz von euch erzählt – vor allem bei Unbekannten.“ Was Lasse erlebt, finden alle Schüler „schlimm“. Sie lernen, dass sie in solchen Situationen Eltern, Lehrer oder auch die Polizei informieren sollen. Lasse vertraut sich seiner Mutter an. Gemeinsam löschen sie sein Profil und die Gehässigkeiten und erstellen Lasses Profil neu, sodass im Netz nicht zu erkennen ist, um wen es sich handelt. Auch mit der Klassenlehrerin wird das Mobbing besprochen und alle Schüler löschen das geänderte Bild.




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