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Verkehrsunfallstatistik 2009: Im Schnitt kracht es mehr als zweimal pro Tag auf unseren Straßen

Mehr Tote und Schwerverletzte, weniger Unfälle

Bückeburg (rc). Einen leichten Rückgang der Verkehrsunfälle, aber einen Anstieg der Schwerverletzten und Getöteten: Das ist die Bilanz, die das Polizeikommissariat Bückeburg angesichts des Verkehrsunfallgeschehens 2009 gezogen hat.

veröffentlicht am 25.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:21 Uhr

Insgesamt wurden im Bereich des Kommissariats, also in den Städten Bückeburg und Obernkirchen sowie den Samtgemeinden Eilsen und Nienstädt, 909 Unfälle mit 186 Verletzten verzeichnet. 42 trugen schwere Verletzungen davon, fünf Menschen wurden bei Unfällen getötet. Darunter waren zwei Opfer aus der „Risikogruppe Junge Fahranfänger“, die allerdings nicht bei „typischen Disko-Unfällen“ ums Leben kamen, sondern bei Unfällen, die überall hätten passieren können, wie es der Chef des Polizeikommissariats Werner Steding, sein für die Verkehrsüberwachung zuständiger Stellvertreter Kurt Wehmeier und und Pressesprecher Ulrich Kaupmann während einer Pressekonferenz feststellten.

Im Vorjahr, also 2008, wurden 926 Unfälle mit 168 Verletzten verzeichnet; 26 davon trugen schwere Verletzungen davon, drei starben in Folge von Unfällen, keiner in der Risikogruppe der Jungen Fahranfänger, also im Alter zwischen 18 bis 24 Jahren. Kein Problem sind übrigens die sogenannten Baumunfälle. Wie in den Vorjahren liegt die Zahl der durch diese Unfälle Getöteten bei null. Und, ebenso erfreulich: Auch 2009 starb kein Kind auf den Straßen der vier Kommunen.

„Im Zehn-Jahresschnitt ist die Entwicklung des Unfallgeschehens und die Zahl der Verletzten relativ konstant“, stellte der Polizeichef fest. Natürlich unterliege jeder Unfall mit Schwerverletzten oder Getöteten besonderen Diskussionen innerhalb des Polizeikommissariats Bückeburg. Jeder werde kritisch angeschaut und hinterfragt. Aber: „Wir haben keinen Anpacker gefunden, auch wenn 42 Schwerverletzte schon eine deutliche Steigerung sind. Jeder Verletzte oder Getötete ist einer zu viel.“

Verkehrsunfallgeschehen 2009: Insgesamt ziehen Kommissariatschef Werner Steding (v.r.), sein Stellvertreter Kurt Wehmeier und Pressesprecher Ulrich Kaupmann ein positives Fazit. Foto: rc

Die Polizei wird daher ihr Hauptaugenmerk – wie in den Vorjahren – auf die Hauptunfallursachen legen: überhöhte Geschwindigkeit und Fahren unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. An bekannten Unfallschwerpunkten wird also weiter geblitzt. Oder wie es Steding bezeichnete: „Wir wollen Sicherheit erzeugen und keinen abkassieren.“ Auch die Kontrollen, ob jemand mit Alkohol im Blut unterwegs ist, werden – wie in den Vorjahren – weiter intensiv durchgeführt. Allein 2009 wurden 52 Fahrten unter Alkoholeinfluss festgestellt, 40 unter Einfluss von Drogen. 110 Fahrer mussten zur Blutentnahme. Und die stetigen Kontrollen geben dem Polizeikommissariat Bückeburg offenbar Recht. Denn beim Unfallgeschehen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen liegt das Kommissariat im positiven Sinne über dem Landesdurchschnitt, wie Steding sagte: „Ein Indiz für unsere gute Kontrolltätigkeit und -dichte.“

Nach wie vor ein großes Thema beim Polizeikommissariat sind die Unfallfluchten, das unerlaubte Entfernen vom Unfallort. Hier wurde 2009 mit 216 Unfallfluchten fast wieder ein Höchststand erreicht. Im Gegenzug wurden aber auch noch nie so viele Fälle aufgeklärt wie 2009, nämlich insgesamt 99, also gut 40 Prozent. Steding erklärte diese Aufklärungsquote damit: „Wir haben 2009 noch einmal ganz massiv angegriffen.“ Zu Hilfe kommt der Polizei dabei auch die immer weiter voranschreitende technische Entwicklung. Kleinste Lackpartikel reichen, um festzustellen, welches Auto welcher Baureihe und welchen Baujahrs den Unfall verursacht hat. Kommt dann noch hinzu, dass sich Zeugen an zumindest Teile des Nummernschildes erinnern können, ist die Schlinge um den Hals des Unfallflüchtigen schon sehr eng. „Das Risiko, ertappt zu werden, ist inzwischen sehr hoch“, so Wehmeier: „Es lohnt sich einfach nicht.“ Um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen, wird die Polizei auch 2010 wieder in zahlreichen Schulen und Kindergärten präsent sein und Aufklärungsarbeit betreiben. Projekte sind der „Sichere Schulweg“ oder die „Gelben Füße“; Bustraining für Schüler oder Elternlotsen. Insgesamt zog das Trio eine positive Bilanz der Arbeit des Kommissariats: „Die Verkehrssicherheit ist gut.“




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