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Architekt kalkuliert mit Nulltarif statt 800 000 Euro und wirft Verwaltung „totales Versagen“ vor

Meinungen über Pausenhalle gehen weit auseinander

Evesen (bus). In Evesen herrscht grundsätzlich Einvernehmen darüber, dass die Grundschule eine Pausenhalle benötigt. Über die Realisierungsmöglichkeiten gehen die Auffassungen indes sehr weit auseinander. Die Meinungsunterschiede gipfelten während der jüngsten Ortsratssitzung in von Peter Hopf vorgebrachten Einschätzungen. Der Architekt verglich den vom Baubereich ins Spiel gebrachten Vorschlag mal mit einem „Schuppen“ und ein anderes Mal mit einem „Schafstall“. Die Verwaltung habe total versagt, stellte er zweimal fest. „Ich bin so was von enttäuscht, dass ich kaum noch ruhig schlafen kann.“

veröffentlicht am 07.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 11:41 Uhr

Hopf hatte im Mai gemeinsam mit dem Förderverein der Grundschule einen Entwurf vorgelegt, dessen Gesamtkosten von der Verwaltung auf etwa 800 000 Euro geschätzt werden. Nach der im Ortsrat aufgemachten Gegenrechnung des Architekten ist die Pausenhalle quasi zum Nulltarif zu bekommen. Benötigt werde lediglich eine Art Zwischenfinanzierung, das Gebäude gebe es – über die Energieeinsparung gerechnet – sozusagen umsonst. Diese Ansicht mochte Baubereichsleiter Jörg Klostermann nicht teilen: „Ihr Entwurf sieht sehr schick aus, ist aus unserer Sicht aber nicht zweckmäßig.“

Die vergleichsweise schlichte Verwaltungsalternative (Klostermann: „Ein rein zweckmäßiger Entwurf“) wird mit rund 220 000 Euro kalkuliert. Ortsbürgermeister Horst Schwarze machte auf den „Riesenunterschied“ aufmerksam und gab zu verstehen, dass der Hopf-Entwurf „unsere Möglichkeiten übersteigt“. Dass etwas geschehen müsse, stehe außer Frage. Cord Siekmeier plädierte für eine Neusetzung der Prioritäten und die ausschließliche Verwendung des im Konjunkturpaket II vorhandenen Geldes für den Hallenbau. Reinhard Luhmann machte sich für eine „abgespeckte Lösung“ stark, auf die Umsetzung des Hopf-Vorschlages könne „bis zum Nimmerleinstag gewartet“ werden.

Womöglich setzt sich am Ende eine von Wolfgang Voigt präsentierte Variante durch. Diese sieht eine Aufstockung des Zwischentraktes vor und würde nach Auffassung Voigts „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“. Zum einen benötige sie kein Fundament, zum anderen könne auf die anstehende Herrichtung des maroden Daches verzichtet werden. „Allein dadurch, dass wir jetzt über eine dritte Alternative verfügen, hat sich der Abend ja schon gelohnt“, meinte Luhmann.




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