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Wahlen "unrunder" als in denübrigen Ortsteilen / SPD: Vertrauensvolle Zusammenarbeit unmöglich

Meyer mit zwei Stimmen Ortsbürgermeister

Scheie (bus). Ein wenig unrunder als in denübrigen Bückeburger Ortsteilen ist am Mittwoch die Bestimmung der lokalpolitischen Führungsspitze in Scheie über die Bühne gegangen. Anders als in Rusbend, Cammer, Evesen und Meinsen/Warber, wo die Entscheidungen einvernehmlich erfolgten, fanden die Kandidaten im Scheier Ortsrat jeweils nur zwei Befürworter. Dass Friedrich Meyer als Ortsbürgermeister und Gerhard Wilharm (beide CDU) als dessen Stellvertreter gewählt werden würden, stand dennoch außer Frage.

veröffentlicht am 01.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

Meyer und Wilharm enthielten sich in den sie betreffenden Abstimmungen jeweils ihrer Stimme, so dass das von Jens Meier (SPD) - Renate Hattendorf-Strahler (SPD) war beruflich verhindert - abgegebene Gegenvotum die christdemokratische Doppelspitze nicht abzuwenden vermochte. Der für Friedrich Rinne auf der CDU-Seite nachgerückte Reinhard Peter ging beide Male mit den Vorschlägen der Mehrheit im Ortsrat. Meier hatte vor den Wahlgängen in einer persönlichen Erklärung die Unmöglichkeit einer vertrauensvollen und parteiübergreifenden Zusammenarbeit in Scheie bedauert. Auch Meiers nachdrücklicher Hinweis, dass mit ihm und Hattendorf-Strahler - bei kompletter Absenz örtlicher CDU-Vertreter - zwei Scheier der Mehrheitsgruppe des Stadtrats angehören, in dem schlussendlich alle Entscheidungen getroffen werden, konnte die christdemokratischen Herzen nicht für die Preisgabe des Stellvertreterpostens erwärmen. Woraufhin im Publikum das Wort "Gruselkabinett" zu vernehmen war. Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach, der die Stadt gemeinsam mit Bauamtsleiter Karlheinz Soppe vertrat, würdigte die Verdienste von Friedrich Rinne, der in den zurück liegenden zwei Jahren als stellvertretender Ortsbürgermeister fungiert und bei den Kommunalwahlen die gleiche Stimmenzahl wie Peter erzielt hatte und jetzt aus gesundheitlichen Gründen auf sein Mandat verzichtete. Rinne habe die Interessen der Ortschaft stets sehr engagiert vertreten, lobte Brombach. Dass die lokalpolitische Situation in Zukunft etwas harmonischer als während der konstituierenden Sitzung wird, ließ eine Geste Meiers im Anschluss an die Wahl des Ortsbürgermeisters vermuten. Der Sozialdemokrat war der erste, der Meyer gratulierte. Darüber hinaus hatte der SPD-Mann im Vorfeld erklärt, dass sein Abstimmungsverhalten nichts mit der Person des alten und neuen Ortsbürgermeisters zu tun hätte. Er habe seine Entscheidung schweren Herzens getroffen.




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