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Katja Keul: Denkmal nicht kommentarlos lassen

Miegel „kein demokratisches Vorbild“

Bad Nenndorf. „Nur nach wirklich demokratischen Vorbildern sollte man Plätze oder Straßen bennen“, nicht aber nach einer Dichterin, die sich bis zu ihrem Lebensende nicht von ihrer Verehrung für Adolf Hitler distanziert hat – Katja Keul, Bundestagsabgeordnete der Grünen, hat bei der Eröffnung der Bundestagsausstellung im Gymnasium Bad Nenndorf auf die aktuelle Diskussion in der Kurstadt um die 1964 verstorbene Agnes Miegel angespielt.

veröffentlicht am 30.05.2013 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:22 Uhr

Im anschließenden Gespräch mit dieser Zeitung machte sie ihre Position deutlicher: Es sei der bundesweite Anspruch, dass Straßen und Plätze nach Personen mit Vorbildcharakter benannt würden. Und Agnes Miegel gehöre nach den ihr vorliegenden Recherchen über die Verstorbene nicht dazu. Eine Umbenennung des Agnes-Miegel-Platzes hält Keul daher für sinnvoll und nachvollziehbar.

Zum Agnes-Miegel-Denkmal im Kurpark sagt sie: Man müsse es ja nicht zerstören. Auf jeden Fall aber, betonte Keul, „kann man es dort nicht kommentarlos stehen lassen“. Besonders nicht vor dem Hintergrund, dass es in Bad Nenndorf ein so starkes Engagement der Bürger gegen Rechtsextremismus gebe.

Zur Vorgeschichte der Diskussion: Das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ hat gefordert, dass das Agnes-Miegel-Denkmal verschwinden müsse (wir berichteten). Ein Pressesprecher der Agnes-Miegel-Gesellschaft verteidigte die frühere Bad Nenndorfer Ehrenbürgerin gegen die Vorwürfe, sie sei eine treibende Kraft der Literaturwissenschaft im Dritten Reich gewesen. SPD und Jusos sind auf der Seite von „Bad Nenndorf ist bunt“.kil




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