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Stadt will "Dirt Biking"-Anlage neben der Skaterbahn bauen / Jugendliche bringen Eigenleistung ein

Mit Akrobatik und Affenzahnüber Erdwälle

Bückeburg (rc). Auf der Fläche hinter der Umgehungsstraße an der Petzer Straße entsteht ein richtiges Funsportzentrum für Bückeburgs Jugendliche. Nachdem dort die ersten Grundlagen für die Skaterbahn geschaffen worden sind und im kommenden Jahr die Möblierung kommt, stehen die Chancen gut, dass dort gleich neben der Skateanlage auch noch 2007 eine "Dirt Biking"-Anlage, oder auch "Schlickjumper"-Anlage genannt, entsteht. Jugendliche rasen dort mit ihren Spezialfahrrädern in einem Affenzahn über Erdwälle und -hügel, vollführen die tollsten, verwegensten und weitesten Sprünge. "Ein toller Sport", schwärmte ein begeisterter Fachgebietsleiter Jugend, Schulen und Sport, Siegfried Demanenjko, auf der Sitzung des Ausschusses für Jugend und Familie.

veröffentlicht am 15.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Und steckte mit seiner Begeisterung den Ausschuss an, der zwar noch Beratungsbedarf in den Fraktionen sieht, dem Ganzen aberäußerst wohlwollend gegenübersteht: zum einen, weil es die Beteiligung Jugendlicher stärkt, zum anderen weil es die Stadt auch - bis auf ein paar Baggerstunden - nichts kosten wird. Wie Demjanenko erklärte, sei er von einer Gruppe von rund 30 Jugendlichen angesprochen worden, die in Bückeburg bereits diese Trendportart ausübt. Detailliert sei ihm erläutert worden, was dort gemacht werden könne und dass mit einfachsten Mitteln ein so genannter "trail" oder auch eine Piste errichtet werden könne. Selbst Pläne mit Profilierungen und Höhenangaben seien von den Jugendlichen vorgelegt worden. Außerdem versprachen sie, bei den Arbeiten selbst Hand an zu legen. Um die Piste zu erhalten, reiche es, in der Stadt anfallenden Bodenaushub dort abzuschütten. Dieser könnte dann entsprechend von den Jugendlichen hergerichtet werden. Lediglich der Abfahrtshügel sei etwas schwieriger zu errichten. Dieser soll sieben Meter hoch werden und erfordert entsprechenden Geräteeinsatz, etwa durch die Mannen des Bauhofes. "Alles in allem eine Peanuts-Finanzierung für ein Projekt, von der die Jugendlichen der Stadt erheblich profitieren können." Neben der Nutzung durch die "irrwitzigen Radfahrer" sei im Winter auch eine Nutzung als Rodelbahn nicht ausgeschlossen, sagte Demjanenko. Und wenn die Begeisterung für den Sport nachlasse, müssten lediglich ein paar Erdhügel planiert werden. Zum Platz merkte Demjanenko an, dass das Areal im Besitz der Stadt ist. 100 Meter stünden zur Verfügung, 80 Meter lang könne die Bahn werden. "Völlig ausreichend", wie ihm versichert worden sei. Seitens des Fachgebietsleiters und der Ausschussmitglieder gab es ein dickes Lob für die Aktivitäten der 30 Jugendlichen. "Ein erhebliches Potenzial, sie regeln ihre Sachen selbst, sind aktiv und wirken damit auch auf andere Jugendliche." Die Stadt werde als Ansprechpartner gesehen. Zum Hintergrund: Zuvor hatte der Ausschuss diskutiert, wie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Stadt gestärkt werden könne. Zum Sachstand rund um die Skaterbahn teilte Demjanenko mit, dass gegenüber den ursprünglichen Planungen in diesem Jahr keine Möblierung mehr aufgebaut wird. Grund sei weiterer Diskussionsbedarf in der Szene, die Verbesserungsvorschläge für die Möblierung erarbeiten würde: ein Kompromiss zwischen "zu anspruchslos" und "nur für Profis geeignet"; denn sonst "kommt kein Skater mehr". Im kommenden Jahr werde die Stadt voraussichtlich weitere 5000 Euro zur Verfügung stellen. An Sponsorengeldern sind mittlerweile knapp 4000 Euro gesammelt worden, wie der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Christoph Struckmann, mitteilte. Zirka 11 000 Euro seien von weiteren Sponsoren zu erwarten. "Das deckt aber bei weitem nicht ab, was gebraucht wird." Weitere Infos und spektakuläre Videos zum "dirt biking" unter www.schlickjumper.de




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