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„Sportler des Jahres“ wird nur, wer wie der 14 Jahre junge David Michel den Schweiß nicht scheut

Mit eisernem Training auf den Golf-Olymp?

Bückeburg (wk). David Michel hat ein ehrgeiziges Ziel: Er will Golfprofi werden. Um sich diesen großen Traum zu erfüllen, trainiert er hart. Fünf- bis sechsmal pro Woche ist er während des Sommerhalbjahres auf dem Platz, feilt an seiner Spieltechnik. In den Wintermonaten, wenn das Wetter rauher ist, trainiert er immerhin noch vier- bis fünfmal wöchentlich. Bei Wind und Wetter. Stundenlang.

veröffentlicht am 22.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 14:21 Uhr

„Das Besondere am Golf ist, dass man nicht gegen andere spielt, sondern gegen sich selbst“, erklärt der Bückeburger die von dieser Sportart ausgehende Faszination. Konzentration und Präzision sind gefragt, logisches Denken und räumliches Sehen ebenfalls. „Und man muss Entscheidungen treffen.“ Außerdem findet Golf draußen an der frischen Luft statt.

Irgendwie kann man kaum glauben, dass Michel erst 14 Jahre alt ist. So souverän und sachlich erzählt er von seiner Leidenschaft. Ohne jede Übertreibung. Und er klingt überzeugend, wenn er seine Chancen, tatsächlich Golfprofi zu werden, einschätzt: „Wenn man viel trainiert, dann ist es auch realistisch.“ In vier bis sechs Jahren soll es nach seinen Plänen so weit sein.

Der Anfang ist jedenfalls gemacht: Schon jetzt gehört Michel – dessen Golf-Vorbilder der US-Amerikaner Tiger Woods („die Nummer Eins der Weltrangliste“) und Martin Kaymer (der zur Zeit „beste“ deutsche Golfer) sind – dem D4-Kader des Golfverbands Niedersachsen/Bremen an. Zum Anfang nächsten Jahres wechselt der Gymnasiast zudem vom Golfclub Am Harrl Bad Eilsen/Bückeberg – in dem er seit 2002 Mitglied ist – zum Golfclub Langenhagen, um dort in der Regionalliga zu spielen.

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Dafür, dass Michel auf dem Golfplatz „Am Harrl“ mittlerweile ein Handicap von „-4,3“ erreicht hat, ist er bei der „Sportlerehrung“ der Stadt Bückeburg am Freitag mit einer Urkunde ausgezeichnet worden. Das Handicap bezeichne die Anzahl der Schläge über Par, mit der man eine Runde auf dem 18-Loch-Platz meistern sollte, erläutert der 14-Jährige. Zum Vergleich: Bei einem Anfänger betrage das Handicap „-54“ über Par (72 Schläge), also bei insgesamt 126 benötigten Schlägen. Michel dagegen brauche im Durchschnitt nur noch 76,3 Schläge.

Ein nicht minder leidenschaftlicher Sportler ist Ernst Siekmeier aus Warber, wenngleich er die Dinge etwas lockerer sieht: „Ich mache jetzt keine wilden Werke mehr“, sagt der 81-Jährige. Seine Sportausübung beschränke sich im wesentlichen auf das Joggen und die Leistungsprüfungen für die vom Deutschen Olympischen Sportbund initiierten Sportabzeichen. Früher habe er indes sehr viel mehr Sport gemacht – von Leichtathletik über Fußball bis hin zum Schwimmen reichte die Bandbreite.

Angesichts seines hohen Alters könnte man den von Siekmeier beschworenen Verzicht auf die „wilden Werke“ jedoch durchaus als kleine, freundliche Untertreibung einstufen. Denn was der ehemalige Leiter der Flugplatzfeuerwehr Achum noch an sportlichen Leistungen zeigt, ist recht beeindruckend: „Ich laufe jeden Morgen meine zehn Kilometer“, verrät der 81-Jährige. Rund 60 Minuten ist er dabei auf seiner Hausstrecke unterwegs. Und was die Sportabzeichen anbelangt, hat er als Mitglied der Turnerschaft Rusbend bereits zum 40. Mal das Goldene Sportabzeichen erlangt. Dieses Jubiläum war es, das auch ihm eine Ehrung der Stadt Bückeburg einbrachte: „Das finde ich nett“, freute sich der Pensionär über die Urkunde plus Medaille. Für diese Auszeichnung habe er ja „echt arbeiten“ müssen.

Im sportlichen Sinne geschenkt bekommen hat auch Lucas Krause nichts. Der 17-Jährige aus Dankersen musste sich seine Lorbeeren ebenfalls mit viel Trainingsfleiß verdienen. Und der brachte ihm in diesem Jahr den Titel „Weltmeister Junioren“ in der etwas spleenigen Sportart „Splashdiving“ ein – sowie eine Würdigung von der Stadt Bückeburg.

Zur Erklärung: Bei dieser „Fun-Extremsportart“ geht es laut Kruse darum, von einem bis zu zehn Meter hohen Sprungturm ins Wasser eines Schwimmbeckens zu springen und mit einer hohen Wasserfontäne und lautem Klatschen einzutauchen. Zudem gilt es, auf dem Weg nach unten möglichst schwierige Kunststücke zu zeigen.

Für den Gewinn der Junior-WM reichte dem Realschüler ein Rückwärtssalto vom Fünfer plus spektakulärem Eintauchmanöver. Nach eigenen Angaben hätte er bei der WM zwar auch einen Doppelvorwärtssalto mit eineinhalb Schrauben vom Zehner aufbieten können, das Wettbewerbsreglement hatte bei den jugendlichen Teilnehmern jedoch nur Sprünge aus maximal fünf Meter Höhe erlaubt. Was ihn an diesem Sport begeistert? „Das Verrückte daran“, lacht Kruse.

Insgesamt wurden von der Stadt Bückeburg 63 Sportler und 16 Mannschaften für ihre sportlichen Leistungen geehrt. Durch die Veranstaltung im großen Rathaussaal führte Frank Suchland, während Bürgermeister Reiner Brombach und Wolfhard Müller, Vorsitzender des Sport- und Partnerschaftsausschusses, die Auszeichnungen überreichten.

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Bilder der Sportlerehrung finden Sie im Internet. Auf www.landes-zeitung.de gehen, auf den Button „Lokales“ klicken und in der zweiten Leiste in der Mitte auf „Bildergalerie“.




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