weather-image
25°
×

Pilotprojekt in der Bildhauerwerkstatt

Mit Hammer und Meißel gegen Schmerz

Bad Nenndorf (tes). Das Staatsbad Nenndorf hat ein Pilotprojekt gestartet: eine kreative Therapie für Schmerzpatienten. In der Bildhauerwerkstatt von Peter Lechelt im Landgrafenhaus testete eine Gruppe von Kurgästen die Wirkung von künstlerischer Betätigung mit Hammer und Meißel.

veröffentlicht am 06.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:22 Uhr

Nach einer kleinen Einweisung zu Material, Werkzeug und Technik durch Bildhauerin Jennifer Meyer durfte sich jeder Teilnehmer einen Kalkstein aussuchen. Inspiriert durch Modelle, geschaffen von der 29-Jährigen und deren Kollegen Lechelt und Alexander Reich, wurden eigene Konzepte entwickelt und mit Bleistift vorgezeichnet. Mit Akribie arbeiteten die Hobbykünstler zwei Tage lang im Garten an ihren Werken und merkten schnell, dass Bildhauerei auch hartes Handwerk ist. „Das ist richtig anstrengend“, betonte Kurgast Corinna Keris aus Mönchengladbach. Gefallen habe es ihr trotzdem. „Alles ist super organisiert“, lobte sie.

Die Idee zu dem Pilotprojekt stammt von Dr. Wolfgang Brückle, Chefarzt der Rheumatologie in der Rheuma-Klinik Bad Nenndorf, der auch selber zum Meißel griff. „Wir wollten ein zusätzliches Gegenprogramm zu konservativen Therapien schaffen“, erklärte der Mediziner.

Ziel sei es, die Patienten nicht in Watte zu packen, sondern Freude an neuen Dingen zu wecken und die Erlebnisfähigkeit zu schulen. Neben Bewegung und Sport biete die sehr anstrengende Erschütterung des Gewebes beim Bearbeiten des Steins einen Zusatzeffekt: „Sie haben etwas Bleibendes geschaffen“, erklärte Brückle.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige