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Claudia Kemfert hält Vortrag zur Umsetzung der Energiewende

Mit Mythen aufgeräumt

Riepen. Zum Thema Energiewende müssen einige Ammenmärchen ausgeräumt werden, hat die Professorin Claudia Kemfert am Donnerstagabend hervorgehoben. Etwa 100 Interessierte waren an diesem Abend auf Einladung des „Wind & Energieverbundes Schaumburg“ ins Riepener Schmiedegasthaus Gehrke gekommen, um den Vortrag der Leiterin der Abteilung für Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zu hören.

veröffentlicht am 11.04.2014 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Wichtig im Wissen um die Energiewende sei besonders, dass die Strompreissteigerung durch die EEG-Umlage nur zu 40 Prozent durch die finanzielle Förderung alternativer Energien entstehe, erklärte Kemfert. Der Rest entsteht der Wissenschaftlerin zufolge durch die Industrieunternehmen, die von der EEG-Umlage befreit worden sind. Zudem kommen Ausgleichszahlungen, mit der die Differenz des niedrigen Strompreises an der Strombörse ausgeglichen werde.

Die meisten Investitionen in erneuerbare Energien, 40 Prozent, stammten überdies von Privatpersonen. Die vier großen Energieversorger leisten laut Kemfert hingegen nur sieben Prozent der Gesamtinvestitionen.

Wenn die Bundesregierung bis zum Jahr 2050 insgesamt 80 Prozent der benötigten Energie mit regenerativen Methoden gewinnen wolle, müsse nach dem Ausstieg aus der Atomenergie auch der Ausstieg aus der Kohlekraft erfolgen. Zwar sei das Vorhalten von ausreichend Strom unumgänglich, doch müsste dies nicht ausschließlich durch Kohlekraftwerke erfolgen. Stattdessen sei es umso wichtiger, genügend Speicherkapazitäten vorzuhalten. Speichermöglichkeiten, unter anderem durch die Erzeugung von Wasserstoff und Methangas, würden zurzeit erforscht. Zudem müsse die Erzeugung alternativer Energien so gemanagt werden, dass ständig Strom produziert und in ein gut ausgebautes Stromnetz eingespeist werde.

Das Stromnetz in Deutschland sei derzeit das beste weltweit. Allein deshalb sei es ein Mythos, dass die Netze durch den großen Stromüberschuss durch erneuerbare Energien zusammenbrechen würden.

Wichtig im Hinblick auf die Energiewende ist nach Aussage Kemferts zudem nicht nur die Stromerzeugung, sondern auch das Einsparen von Energie. Deshalb sei die energetische Sanierung von Häusern ebenso wichtig wie das Voranbringen der Elektromobilität.

Nach dem Vortrag von Kemfert stellte Friedhelm Onkes vom Genossenschaftsverband Hannover die Vorzüge einer Genossenschaft vor, die unter anderem eine große Bürgerbeteiligung bieten soll. Außerdem soll Onke zufolge demnächst ein Team aufgestellt werden, das sich um die Gründung einer Genossenschaft für den geplanten Windpark zwischen Riepen, Beckedorf und Ottensen kümmern soll.




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