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Peter Strohmeier beim Ironman auf Hawaii / Trotzdem Platz 1344 bei 1700 Startern

Mit Seeigel-Stachel im Fuß die letzten 22 Kilometer ins Ziel gehumpelt

Möllenbeck (who). Der Ironman Hawaii, der seit 1978 alljährlich im Oktober auf der Inselgruppe im Pazifik ausgetragen wird gilt weltweit als der härteste, älteste, bekannteste und spektakulärste Triathlon von jährlich weltweit 25 Rennen. Der gebürtige Möllenbecker Peter Strohmeier hat für sich ebenfalls das höchste Traumziel vieler Athleten anvisiert und war in diesem Jahr auf Hawaii dabei.

veröffentlicht am 12.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Peter Strohmeier, der heute in Ratingen bei Düsseldorf lebt und als externes Mitglied zur Radsportgruppe des SC Schwalbe gehört, hatte zwei Jahre lang speziell für diesen Wettbewerb trainiert, das heißt für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren sowie einen Marathonlauf über 42,195 Kilometer und das alles hintereinander ohne Pause. Im März dieses Jahres hatte sich Peter Strohmeier beim Ironman von Port Elizabeth in Südafrika für den Start in Hawaii qualifiziert. Durch zusätzliches Losglück hatte er bei der offiziellen Lotterie die Startnummer 1 068 von insgesamt 1700 bekommen. Damit zählte er zu den 50 Nichtamerikanern im Feld der schwersten Ausdauerwettkämpfe der Welt. Am 13. Oktober startete Strohmeier mit seinem Spezialfahrrad im Gepäck von Düsseldorf zum Flug über Paris, Newark, Honolulu zum Austragungsort auf Kailoa-Kona, einer der größten der zwanzig tropischen Inseln, die den 50. US-Bundesstaat Hawaii bilden. Dort ist der Ironman entstanden und darf in Lizenz weltweit veranstaltet werden, in Deutschland zum Beispiel in Frankfurt am Main. Was den Triathlon Ironman Hawaii so ungewöhnlich mache. seien nicht nur die extremen Distanzen, sondern auch die Bedingungen unter denen man schwimmen, radfahren und laufen müsse. Es ist tagsüber über 40 Grad heiß, gibt kaum irgendwo Schatten auf der Strecke, beim Schwimmen machen die Wellen zu schaffen, beim Radfahrer die "Mumuku"-Winde, die schon manchen haben stürzen lassen. Dass das Inselparadies noch mehr Tücken hat, erlebte Strohmeier am Tag nach seiner Ankunft: "Ich hatte für sieben Uhr morgens eine Busrundfahrt über die Insel gebucht, um etwas von der Landschaft zu sehen". Dass daraus zunächst nichts geworden ist, lag an einem Erdbeben mit der Stärke 6,7. Genau zur Abfahrtszeit erschütterte es für einige Sekunden die Insel. "Die Füße bewegten sich durch die Vibrationen 10 Zentimeter nach links und rechts und es wackelte immer mehr", berichtet Peter Strohmeier. Viele der Athleten waren zu dieser Zeit schon zum Training unterwegs. Die Bustour wurde zunächst abgesagt, zum Glück war Strohmeiers Hotel wie die meisten Gebäude auf der Insel unbeschädigt geblieben. "Und auch die Wettkampfstrecken brauchten nicht geändert zu werden", berichtet er. Seine persönliche Sightseeing-Tour habe er eine Woche später nachholen und Eindrücke samt Fotos sammeln können. Ursprünglich sei der Ironman Hawaii für den 14. Oktober, also am Tag des Erdbebens angesetzt gewesen. Alle 1 700 Athleten wären damit zur Zeit des Bebens im Pazifik auf der Schwimmstrecke gewesen. "Wir haben wirklich Glück gehabt". Dennoch blieb Strohmeier auf Hawaii vom Pech verfolgt und mit 12,57 Stunden deutlich unter seiner eigenen Vorgabe von 11,5 Stunden. Vor dem Schwimmstart hatte ihm offenbar ein Seeigel zunächst unbemerkt einen seiner Stacheln in der rechten Ferse deponiert. Das Schwimmen sei noch kein Problem gewesen und auch die 180 Kilometer auf dem Rennrad durch die Lavafelder seien gut gelaufen. Doch beim Laufen habe sich der Stachel immer tiefer in die Ferse gebohrt. Strohmeier zog einen Schuh aus, versuchte, auf der Fußspitze zu laufen: "Die letzten 22 Kilometer des Marathonlaufs bin ich auf einer Socke ins Ziel gewalkt." Trotzdem zeigt sein Zieleinlauf-Foto noch die Nummer 1344 von den insgesamt 1700 Startern an und eine Gesamtzeit, die noch weit unter der vorgegebenen Mindestzeit von 17 Stunden liegt - dank Strohmeiers Top-Zeiten beim Schwimmen und Radfahren.

Beim Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren: Strohmeier ist aus dem Wasser und steigt jetzt auf das Rennrad um.



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