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Freie Hand-Schützen gehen neue Wege

Mitgliederzahl wurde gesteigert

KLEINENBREMEN. Der Schützenverein Freie Hand Kleinenbremen sieht sich wie landesweit alle Vereine den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels ausgesetzt. Der Verein hat es aber mit Flexibilität und neuen Angeboten geschafft, seine Mitgliederzahl zu stabilisieren und sogar noch etwas zu steigern. So wurde etwa das Schützenfest mit einem Familiennachmittag aufpoliert.

veröffentlicht am 14.06.2018 um 12:40 Uhr
aktualisiert am 14.06.2018 um 17:30 Uhr

Der Vereinsvorsitzende Thomas Sill legt der neuen Königin Doris Meyer die Ehrenkette um. Der neue Hofstaat folgt der Zeremonie (v .l.): Conny Reimann, erster Ritter; Marvin Jähn, Jugendkönig; Mia Becker, Schülerkönigin; sowie Kay Meyer, erster Ritter
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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Bereits bei der Premiere im Vorjahr hatte sich angedeutet, dass es sich lohnt, neue Wege zu begehen. Der Familiennachmittag kam jedenfalls so gut an, dass es eine Wiederholung geben sollte. Der „Hintergedanke“ war dabei, so war aus Insiderkreisen zu hören, über die Kinder auch Eltern zu bewegen, zum Schützenhaus zu kommen und vielleicht sogar selber Mitglieder zu werden. Auf jeden Fall sollte der Versuch gestartet werden, jugendlichen Nachwuchs für den Schießsport zu interessieren, spricht der Erste Vorsitzende Thomas Sill für seinen Verein.

Und der Versuch hat sich gelohnt; das zeigte sich erneut beim Schützenfest anno 2018. Das Familienprogramm kommt gut an, bei dem unter anderem mit für Kinder zulässigen Nerf-Gewehren geschossen wird und die Eltern Punkte sammeln können bei einer Art Spaß-Biathlon. Und überhaupt setzt die Freie Hand mehr auf den Spaßfaktor, um Mitglieder zu gewinnen und zu halten, macht der frühere Vorsitzende Friedhelm Tebbe auf eine andere Neuerung aufmerksam. „Im Herbst bosseln wir jetzt auf geeigneten Wegen.“ Das neue Angebot zusätzlich zum klassischen Schießbetrieb biete auch Nichtschützen Möglichkeit zur aktiven Beteiligung am Vereinsleben.

Mit den neuen Initiativen hat es die Freie Hand Kleinenbremen offensichtlich geschafft, dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken. 120 Mitglieder zählt der Verein zurzeit und ihre Zahl hat sich stabilisiert, so die aktuelle Statistik.

Aber Statistik hin und Statistik her, die Kleinenbremer Schützen bewahren neben allen Neuerungen ihr „Kerngeschäft“, und dazu gehört von jeher das Schießen im Allgemeinen und das Königschießen inklusive Schützenfest im Besonderen. Aber auch dabei ist Flexibilität und Bereitschaft zur Veränderung gefragt, wie sich am Wochenende ebenfalls zeigte. Denn die Zeit der großen Zeltfeste und Schützenrundmärsche ist Vergangenheit. Auch in Kleinenbremen ist es deshalb ruhiger geworden, und seit Jahren wird sozusagen im Familienkreis im eigenen Schützenheim gefeiert. Und auch am Schützenfest-Sonntag besteht die ehemals große Gästeschar heute in der Regel aus den beiden Nachbarvereinen aus Kleinenbremen Ost-Schermbeck sowie Waidmannsglück Wülpke.

Eine weitere wesentliche Änderung ist, dass sich die Bewerberzahl beim Königsschießen seit Jahren in übersichtlichem Rahmen bewegt und dass immer mehr die Frauen in Erscheinung treten und nicht selten auch den Königstitel samt Ehrenkette erobern. So war’s auch einmal mehr bei diesem Schützenfest. Doris Meyer wurde Königin im dritten Stechen und nahm ihren Ehemann Kay als Prinzgemahl. Kay Meyer hatte zuvor die Königswürde nur um ein paar Ring verfehlt und gehörte darum per se schon als zweiter Ritter zum Königshaus. Dabei scheint auch die „Ämterhäufung“ in direkter Beziehung zum Wandel in der Schützenwelt zu gehören. Denn bei übersichtlicher Teilnehmerzahl beim Königsschießen kommt es halt immer wieder zu Doppelbelegungen. So ergab es sich, dass die Vorjahreskönigin Conny Reimann nicht nur als erster Ritter zum neuen Königshaus gehört, sondern auch beim Wettbewerb der ehemaligen Könige die große Ehrenscheibe holte.

Das Königshaus 2018 des Schützenvereins Freie Hand Kleinenbremen wird vervollständigt durch Marvin Jähn als Jugendkönig sowie Mia Becker als Schülerkönigin.

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