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Langer Baustillstand in der Obermarktpassage befürchtet

Mitten in der Umbau-Phase: Secur stellt Insolvenz-Antrag

Minden (mt). Der Eigentümer der Obermarktpassage, die Wiesbadener Secur Verwaltungs GmbH, hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt. Eine entsprechende Information hat Secur-Geschäftsführer Roland Dangel nach MT-Informationen telefonisch bei der Stadt Minden hinterlassen. Am Donnerstagmittag bestätigte die Insolvenzabteilung beim Amtsgericht Wiesbaden, dass der Antrag eingegangen ist. Secur-Geschäftsführer Dangel war auch weiterhin nicht für eine Stellungnahme zu der Obermarktpassagen-Pleite zu erreichen.

veröffentlicht am 23.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:41 Uhr

Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Einzelhandelssituation am Obermarkt sei durch den Baustopp in der Einkaufspassage, mit deren Sanierung vor zwei Monaten begonnen wurde, stark erschüttert worden. Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Minden (EHV), Fritz Drabert, nach Bekanntwerden der massiven Zahlungsschwierigkeiten des neuen Passageneigentümers, der 13 Millionen Euro in die Sanierung des 25 Jahre alten Einzelhandelsobjektes investieren wollte. „Eine funktionierende Obermarktpassage ist überlebenswichtig für eine funktionierende Obermarktstraße“, betonte Drabert.

Die Anlieger hätten die Folgen des schleichenden Niederganges der Obermarktpassage in den vergangenen Jahren erlebt. „Wir hatten daher die Hoffnung, dass die Obermarktpassage jetzt in starken Händen ist und ein zukunftsfähiges Konzept findet.“ Sollte es tatsächlich zu der Insolvenz kommen, müsse man sich für längere Zeit auf Stillstand einrichten, bedauerte der EHV-Vorsitzende. Die Situation der Objekte Hertie an der Bäckerstraße und Wehmeier am Scharn bestätigten diese Ansicht.

Um so erfreulicher sei es, dass mit MWM und dem Team um den ehemaligen Hertie-Geschäftsführer Manfred Knapperzbusch im ehemaligen Haus Becker am Markt wieder ein neues Geschäft eröffne, sagte Fritz Drabert. Auch hinsichtlich des Hauses Wehmeier zeichne sich ab, dass sich dort etwas bewegen könnte, nachdem der Pachtvertrag mit der Kepa-Immobiliengesellschaft nun möglicherweise doch eher auslaufe als erwartet.

Bei der Stadt Minden zeigte man sich überzeugt, dass die wegen der Obermarktpassagen-Pleite fehlende Aufwertung des Obermarktes negative Folgen für dieses Quartier haben werde. „Wir können nur hoffen, dass es sich um einen vorübergehenden Stillstand in der Obermarktpassage handelt“, erklärte der städtische Bau-Beigeordnete Klaus-Georg Erzigkeit.

Erschwerend auf die aktuelle Obermarktsituation wirkten sich zudem die Folgen des Brandes im Haus Obermarktstraße 9 aus. Da das stark beschädigte Gebäude habe gesichert werden müssen, wirke der um die Fassade gezogene Sicherungszaun wie eine Vollsperrung der Straße. Im Zusammenhang mit der Obermarktpassagen-Pleite sei das fatal. Erzigkeit: „Wir sind bemüht, die Folgen der Brandproblematik schnell zu klären, sodass der Absperrzaun zurückgenommen werden kann.“




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