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Lange Anreise um zehn Stunden verkürzt / Viele Spender und Helfer ermöglichen Erholung

Mogilev-Kinder tanken drei Wochen Kraft

Stadthagen (jl). Sie haben die drei Wochen Schaumburg bitter nötig, das haben die Organisatoren um "Freundeskreis Saluta" und Arbeiterwohlfahrt (Awo) sofort gemerkt, als sie am am Wochenende 30 Kinder aus dem weißrussischen Mogilev und deren Betreuer begrüßt haben. Die Kinder sind hier drei Wochen, um Widerstandskraft für den Alltag in einer Region zu tanken, die immer noch unter den Folgen der Tschernobyl-Katastophe leidet.

veröffentlicht am 14.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Die Kinder und deren Gastgeber platzieren sich zum Willkommen-Bi

Tamara Akuwic, die die 30 zehn bis 15 Jahre alten Jungen Mädchen zusammen mit ihrem Sohn Jan auf der 2000 Kilometer langen Reise nach Schaumburg begleitet hat und seit Jahren eine feste Größe in dem Hilfsprogramm ist, war sichtlich erleichtert. Bei dieser Anfahrt hatte der ehemalige Bundeswehrbus für die Route Mogilev-jbf-Centrum zehn Stunden weniger als in früheren Jahren benötigt. "Wir mussten an der weißrussisch-polnischen und an der deutsch-polnischen Grenze weniger warten, weil nicht viele Busse da waren", sagte Akuwic kurz vor der Begrüßung der Gruppe durch Stadthagens Bürgermeister Jürgen Hoffmann im jbf-Centrum, wo die Gäste in den nächsten drei Wochen wohnen. Ein weiterer Fahrzeit-Verkürzer war nach Akuwic' Worten "eine neue Autobahn durch Polen". Bei der Begrüßung überraschten Andreas Gehrke und Wolfgang Tiedemann vom Lions-Club Stadthagen die Jungen und Mädchen mit neuen Reisetaschen, in die postwendend die von der Awo geschenkten Handtücher verstaut wurden. Sachspenden und Geldspenden hat es vor der Ankunft der Kinder viele gegeben und wird es auch in den kommenden drei Wochen geben. Eine bunte Schar von Unterstützern hat der "Freundeskreis Saluta" mobilisiert. Diverse Firmen, Vereine und Privatpersonen sorgen seit dem Wochenende dafür, dass die Kinder einen schönen Aufenthalt haben. Dieser hat nach den Worten der "Saluta"-Sprecherin Annette Welge vor allem ein Ziel: Das durch die Strahlenbelastung angegriffene Immunsystem der Kinder soll gestärkt werden. Drei Wochen Schaumburg reichen nach den Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre für zwölf Widerstandskraft gegen die Unbilden der Strahlenregion. Deshalb haben Welge und Mitstreiter streng darauf geachtet, dass das Programm für die Kinder nicht mit Kräfte zehrenden Aktionen überfrachtet wird und regelmäßig Ruhezeiten eingelegt werden. Dass die Kinder von ihrer Umwelt angeschlagen sind, bekam der Mediziner Wolfgang Tiedemann gleich nach der Begrüßung der Gäste durch den Bürgermeister zu spüren. Er wurde gebeten, sich um einige Kinder zu kümmern, für die die lange Reise eine große Kraftanstrengung gewesen sein muss. Diese werden übrigens wie alle ihre Vorgänger eingehend von den Medizinern Friedhelm Henze und und Rolf Kilian untersucht. Höhepunkte des Programms dürften der Besuch des neuen "Tropicana", des hannoverschen Zoos und von "Potts Park" werden. Trotz der eingegangenen knapp 15 000 Euro Geldspenden: Die Organisatoren könnten nach Worten von Siegfried Voigt und Heidemarie Hanauske noch mehr Zuwendungen gebrauchen, "auch als Reserve für das nächste Mal", so Hanauske.




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