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Saison eröffnet / Eintritt frei / Schritt für Schritt neue Konzepte / Sonderausstellung geplant

Museum auf dem Weg in die Gegenwart

Bückeburg (kk). Ein neuer Tresen bietet Platz für eine freundliche Begrüßung, eine gemütliche Sitzgruppe in der Eingangshalle lädt zum Verweilen ein, ein spätgotisches Altarretabel zieht die Blicke der Besucherinnen und Besucher auf sich. Seit gestern hat das Museum für Schaumburg-Lippische Geschichte, Landes- und Volkskunde wieder geöffnet. Und zum Jubiläumsjahr „400 Jahre Markt- rechte“ gibt es gleich ein ganz besonders Bonbon: Der Eintritt ist kostenlos!

veröffentlicht am 01.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 03:21 Uhr

Diese ersten Veränderungen im Eingangsbereich machen Lust auf mehr: Schritt für Schritt soll das Museum jetzt in eine neue Ära geführt werden. Dafür soll auch die neue hauptamtliche Museumsleiterin Dr. Anke Twachtmann-Schlichter sorgen, die wie berichtet seit Januar im Amt ist. Die Expertin wurde nach langem Ringen um die Finanzierung ihrer halben Stelle engagiert, um dem Museum eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. Konzeptionell und ausstellungstechnisch ist man dort nämlich – trotz des Engagements vieler Ehrenamtlicher – nach Expertenmeinung auf dem Stand der sechziger Jahre stehen geblieben.

Ideen für eine Umgestaltung gibt es schon viele, sie sollen nun schrittweise umgesetzt werden. „Natürlich kann nicht innerhalb kürzester Zeit alles umgekrempelt werden“, erklärt Frau Twachtmann-Schlichter. Und: „Wir präsentieren uns derzeit als Museum im Wandel.“ Keine Dauerausstellung sei heute mehr von Dauer, wenige hochklassige Exponaten seinen oft ansprechender als ein Sammelsurium unterschiedlichster Stücke.

Dass gerade an solchen hochklassigen Stücken kein Mangel besteht, zeigt beispielhaft ein derzeit im Eingangsbereich ausgestellter Altarretabel aus der Spätgotik. Dieser kunstvoll aus Lindenholz geschnitzte Teil eines Altaraufsatzes ist der heiligen Agnes gewidmet und soll früher in der Steinberger Kirche gestanden haben. Allerdings präsentiert sich das Stück in einem restaurierungsbedürftigen Zustand. Im Museum hofft man nun, Besucher dafür begeistern zu können und so auch eine fachgerechte Restaurierung zu ermöglichen. Denkbar wäre auch die weitere „Begleitung“ des Stückes verbunden mit einem Besuch in der Restaurierungswerkstatt. Besucher sollen so ganz bewusst miterleben, was sich im alten Burgmannshof an der Langen Straße tut. Allerdings sind der Umgestaltung finanzielle und personelle Grenzen gesetzt, doch zumindest an Ideen und Engagement mangelt es nicht. Dafür sorgen allein schon die zahlreichen Ehrenamtlichen, die Besuchern auch in dieser Saison mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die neue Leiterin ist derzeit in erster Linie damit beschäftigt, eine große Sonderausstellung vorzubereiten. Sie soll ab 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, an 400 Jahre Marktrecht erinnern.

Vorangetrieben werden soll auch das museumspädagogische Engagement des Hauses. Besuche von Kindergarten- und Schülergruppen im Museum sind nach Absprache jederzeit willkommen, dabei wird wie schon mehrfach berichtet ein spannender Zugang zur Heimatgeschichte geboten. Beliebt ist auch das Angebot, im Museum unter fachkundiger Leitung Kindergeburtstage mit historischen Themenschwerpunkten zu feiern. Jungen und Mädchen kommen danach meist begeistert nach Hause, schwärmen vom Museumsbesuch. „Die beste Werbung, die wir uns vorstellen können“, findet Frau Twachtmann-Schlichter.

Mittelfristig möchte sie nicht nur Kinder und Jugendliche ins Museum holen, sondern das Museum auch nach draußen bringen, zum Beispiel in die Schulen.

Viele neue Ideen für das Museum: In der neuen Sitzungruppe plaudert Dr. Anke Twachtmann-Schlichter mit Dr. Wolfgang Vonscheidt und Jürgen Schneider vom Heimatvereinsvorstand. Im Hintergrund der spätgotische Altaraufsatz.




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