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"Rundumwohlfühlpaket" gefällt in der Kulturscheune auf Gut Wormsthal / Programm wird fortgesetzt

"Musikalisches Lametta" blinkt und glitzert

Rehren. Still soll sie sein und besinnlich, die Adventszeit. Und unser Gespür für die wirklich wesentlichen Dinge soll sie obendrein verfeinern. Doch stattdessen arbeiten wir "kilometerlange" Geschenkelisten ab und hetzen über lärmende Weihnachtsmärkte. Vorweihnachtlicher Frieden? Den gibt´s allenfalls im Märchenbuch. Um so schöner, dass solch ein Märchen in der stimmungsvoll hergerichteten Kulturscheune auf Gut Wormsthal bei einem Adventskonzert zwei Stunden lang doch noch Wirklichkeit geworden ist.

veröffentlicht am 19.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

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Einen gewichtigen Anteil an diesem mit muskalischen Lametta umrankten Abend hatte die Sopranistin Annette Pflug-Herdrich, die ihre künstlerischen Absichten in Liedern und Arien vorlebte. Auch ihre Schülerinnen Susanne Hoffmann und die kleine Yara Stoye sowie Kulturscheunen-Gründer Rainer Ballin trugen durch ebenso stilbewusste wie lebendige Darstellungen zu einem abgerundeten Ganzen bei und boten einen unterhaltsamen Abend. "O Tannenbaum" und die lustige Weihnachtsbäckerei eröffneten den Programmreigen, der so bunt war wie Christbaumschmuck. Anschließend zeigte Annette Pflug-Herdrich bei "Hebe deine Augen auf", "All mein Gedanken" oder Händels "Largo", wie man einen gut geführten, ausdrucksvollen Sopran bruchlos durch die Register gleiten lässt. Aber da gab es außerdem Platz für das "Ave Maria", das Gounod über das erste Präludium aus Bachs "Wohltemperierten Klavier" komponiert hat, ein selten zu hörendes "Ave Maria" von Caccini, Orffs "In trutina" und weitere Kostbarkeiten, für die Robert Pflug mit seiner Audio-Technik die Begleitung beisteuerte. In den christfestlichen Klangstrauß waren mit dem "Ave verum" von Mozart, "Guten Abend, gut Nacht", "Panis angelicus" und dem seelenvollen "Abendsegen" eindringlich gebrachte Duette eingebunden, in denen die Stimmen von Susanne Hoffmann und deren Lehrerin feinsinnig verschmolzen. A propos Susanne Hoffmann: die kannte sich an der keltischen Harfe gleichfalls aus und versah eine Gigue und das Lamento de tristan mit reizvollen Facetten. Als gestalterische Impulsgeberin tat sich zwischendurch die zehnjährige Yara Stoye mit der gebärdenreich erzählten "Weihnachtsmaus" von Krüss und Funks "Der Clown" hervor. Da musste Rainer Ballin bei seinen Lesungen Acht geben, um nicht abgehängt zu werden. Doch davon konnte keine Rede sein, denn der NDR- 1-Moderator mit dem einschmeichelnden Organ erging sich in seinen heiter- besinnlichen Vorträgen weder in Sentimentalität noch in psychologischer Gründelei. Er setzte auf Abwechslung. Der herzliche Applaus aus der nicht nur in Sachen Stühlen gemütlichen - und ausverkauften - Scheune galt allen Beteiligten, die das "Rundumwohlfühlpaket" geschnürt hatten. Und das Schönste: Die Besucher dürfen sich auf weitere Höhepunkte in der Kulturscheune freuen. Bereits Anfang kommenden Jahres wird das Programm fortgesetzt.

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