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Aktions- und Menschenkette will auf mögliche Konsequenzen von Reaktorunfällen aufmerksam machen

Muss Bückeburg evakuiert werden?

Bückeburg. „Stell Dir vor, im Atomkraftwerk Grohnde findet eine Kernschmelze wie in Fukushima statt und es kommt über viele Tage zu einer vergleichbaren radioaktiven Freisetzung“: Auf diesem Szenario basiert ein Vorhaben, das am Sonnabend, 9. März, auf die möglichen Konsequenzen von Reaktorunfällen aufmerksam machen will. Bislang wurden den Hauptorganisatoren von der Arbeitsgemeinschaft „Schacht Konrad“ (in Zusammenarbeit mit der Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten“) Aktionen für rund 120 Streckenpunkte signalisiert. Dieser Tage hat sich auch in Bückeburg eine Gruppe formiert, die an der Aktions- und Menschenkette teilnehmen will.

veröffentlicht am 22.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

Die Kette soll ein etwa 40 Kilometer um das Kraftwerk Grohnde reichendes Gebiet umfassen. Gruppen oder Einzelpersonen können sich auf der circa 350 Kilometer langen Strecke einen Punkt oder Abschnitt aussuchen, den sie verantwortlich betreuen wollen. Unter anderem geht es um den Aspekt der Evakuierung. Was müsste man bei der Flucht mitnehmen? Was wird aus Haustieren und Vieh? Wer sagt einem, wohin man sich wenden soll? So lauten die Fragestellungen.

Während des ersten Bückeburger Vorbereitungstreffens verdeutlichten Sprecher vom „Bückeburger Bündnis gegen Atom“, dass weder eine amtliche Katastrophenschutzübung noch eine Menschenkette im herkömmlichen Sinn geplant sei, bei der sich die Teilnehmer an die Hände fassen, sondern eine zivilgesellschaftliche Aktion. Peter Dickel (Arbeitsgemeinschaft „Schacht Konrad“) legte dar, dass der Katastrophenschutz in seiner gegenwärtigen Form nicht funktionieren könne. Die Landkreise verfügten untereinander über keine hinreichende Abstimmung. So sei etwa vorgesehen, Evakuierungszüge von Hameln nach Hildesheim zu schicken, dort werde aber nicht mit der Ankunft von Zügen gerechnet.

Rudolf Schaer, der die Vorbereitungen der Aktivitäten in Minden koordiniert, berichtete von bislang drei in der Weserstadt veranstalteten Zusammenkünften, in deren Verlauf mehrere konkrete Aktionen verabredet worden seien. „Wir stoßen zunehmend auf positive Resonanz“, teilte der Mindener mit. Allerdings sei es von Belang, die Bevölkerung nicht zu überraschen. „Wir müssen viel Aufklärungsarbeit leisten und dürfen nicht den Eindruck eines Kasperltheaters erwecken.“

Diese Aufklärungsarbeit will die beim ersten Treffen noch recht überschaubare Bückeburger Gruppe jetzt in Angriff nehmen. Es sollen sowohl Einrichtungen und Institutionen informiert als auch Plakate, Zeitungen und Postkarten verteilt sowie persönliche Gespräche geführt werden.

Hinweis: Ein weiteres Vorbereitungstreffen ist für Donnerstag, 28. Februar, 19 Uhr, in der Begegnungsstätte, Herderstraße 35, vorgesehen. Zusätzliche Informationen bietet die Internetseite www.grohnde-kampagne.de.bus




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