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Zusammenleben ist machbar, lieber Nachbar

„Mutig sein und nebenan klingeln“

Ute Waldeck ist in Hameln geboren. Ihre Schulzeit verbrachte die heute 65-Jährige ebenfalls in der Rattenfängerstadt. Direkt nach dem Schulabschluss hat sie aber als 16-Jährige Hameln verlassen und etliche Jahre im nördlichen Hessen gelebt. Vor gut vier Jahren ist Ute Waldeck mit ihrem Mann Joachim zurückgekehrt – in ein Haus in der Nordstadt.

veröffentlicht am 13.07.2010 um 12:25 Uhr
aktualisiert am 22.09.2011 um 11:31 Uhr

Frau Waldeck, was war der Grund dafür, dass Sie nach so vielen Jahren zurück nach Hameln gezogen sind?

Mein Mann und ich haben nach einer Stadt gesucht, die alles bietet, was wir im Alltag benötigen. Neben der üblichen Infrastruktur sollte unser neuer Wohnort von Musik bis Theater auch kulturell etwas zu bieten haben. Außerdem haben wir nach einer Stadt geschaut, in der wir zur Not auch ohne Kraftfahrzeug auskommen. Der Bahnhof ist nicht weit, wenn wir verreisen wollen. Unsere Wahl fiel auf Hameln, auch weil wir möglichst lange eigenständig leben wollen.

Ist es Ihnen schwer gefallen, in einer mehr oder weniger fremden Stadt neue Kontakte zu knüpfen?

Gar nicht. Als wir herkamen, habe ich die Hamelner als sehr offene und freundliche Menschen kennengelernt. Das kannte ich aus Nordhessen so nicht. Aber man muss auch mutig sein und nebenan einfach mal klingeln. Unsere Nachbarn und die, die neu dazugezogen sind, haben alle eine kleine Aufmerksamkeit in Form eines Blümchens erhalten. Ich denke, so kann man sich über kleine Dinge freuen, ohne gleich eine Verpflichtung einzugehen.

Was macht Ihr Wohn- und Lebensgefühl in der Nordstadt genau aus?

Für Radler ist in der Nordstadt gut gesorgt. Im Vergleich zur Universitätsstadt Marburg kann ich hier ganz bequem Fahrradfahren. Wir wohnen hier direkt am Wald, es sind nur ein paar hundert Meter. Dass man am Rotenberg auch hervorragend rodeln kann, habe ich allerdings erst nach drei Jahren bemerkt. Wir haben hier alles, was wir brauchen, können unkompliziert in die Ferne reisen und trotzdem ist unser Lebensumfeld überschaubar.

Haben Sie einen Wunsch im Hinblick auf das zukünftige Zusammenleben in der Nordstadt?

Ich wünsche mir, dass man in Schwierigkeiten vor allem Möglichkeiten sieht, etwas zu verändern. Wenn Menschen achtsam miteinander umgehen, dann gibt es weniger Probleme. Vielleicht fehlt auch ein zentraler Anlaufpunkt in der Nordstadt. Vielleicht gelingt es, durch eigene Initiative etwas zu entwickeln.

Die Nordstadt ist der Wohnort ihrer Wahl: Vor vier Jahren ist Ute Waldeck nach Hameln gezogen.

Fotos: Dana/ll




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