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Waldpädagogik-Projekt der Kindertagesstätte „Arche Noah“ angelaufen

Mutter Natur vorm Bauwagen

Bückeburg. „Kinder sollten mehr spielen, als viele es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann.“ Mit diesen – nach eigenen Angaben von der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren entliehenen – Worten hat Ulrike Sülflow die am Nordhang des Harrl gelegene Außenstelle der von ihr geleiteten Kindertagesstätte Arche Noah eröffnet.

veröffentlicht am 19.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:41 Uhr

Basis des Ganzen ist ein vom Kita-Förderverein gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bückeburg erstandener alter Bauwagen, der im Verlauf des vergangenen Jahres von Eltern und Mitarbeitern der Kindertagesstätte renoviert worden ist. Unterstützung gab es dabei von der Dachdeckerei Krömer aus Rusbend und dem Malerbetrieb Lars Fischer aus Rinteln.

Ausgestattet mit einem Tisch, Sitzbänken, Waschbecken, Heizung und Campingklo dient der dunkelgrün gestrichene Anhänger jedoch in erster Linie als Wetterschutz, denn statt drinnen zu spielen sollen die Kinder ja jede Menge Abenteuer in der Natur erleben. In der Praxis sieht dies so aus, dass jeden Tag eine kleine Gruppe Kindergartenkinder den Vormittag im Wald oberhalb von Struckmanns Kamp (Bergdorf) verbringt, wobei der Hin- und Rücktransport von deren Eltern übernommen wird: „Im Wald lernen wir, uns gegenseitig zu unterstützen und aufeinander zu achten. Wir lernen die Natur und die Umwelt kennen und was es heißt, die Schöpfung zu achten und zu bewahren“, konkretisierte Sülflow den pädagogischen Wert des Projekts.

Mit dem neuen Waldpädagogik-Angebot habe die Kindertagesstätte „etwas Wunderbares geschaffen“, stellte Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach anlässlich der Einweihungsfeier anerkennend fest. Wichtig sei solch ein Außenplatz vor allem deshalb, „da viele Kinder gar nicht mehr wissen, was Natur eigentlich ist“.

Begeistert zeigte sich zudem der Eigentümer des Waldgebiets, Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, der ebenfalls zur Eröffnungsveranstaltung gekommen war: Sehr gerne habe er sich bereit erklärt, das Areal am Harrl für dieses Projekt zur Verfügung zu stellen, sagte er, denn auch für die persönliche Entwicklung der Kinder sei es förderlich, sie an die Natur heranzuführen und im Wald spielen zu lassen, biete dies doch „unschätzbare Erlebnisse“, an die man auch als Erwachsener gerne zurückdenke. Insofern bedauere er all’ jene Kinder, die in der Stadt aufwachsen und die Natur allenfalls aus dem Stadtpark oder dem Zoo kennen. Scherzhaft merkte der Bückeburger Schlossherr noch an, dass sich die Bejagung in dem Gebiet rund um den Bauwagen „in Grenzen“ hält, sodass diesbezüglich keine Gefahr für die Kinder bestehe.

Nachmittags steht der Bauwagen übrigens für den Konfirmandenunterricht der Stadtkirchengemeinde zur Verfügung, die ihren „Konfi-Kids“ und Vorkonfirmanden damit laut Pastor Jan-Uwe Zapke dann und wann ein anderes Umfeld für die Beschäftigung mit biblischen Themen bieten möchte. Dies auch vor dem Hintergrund, dass heutzutage immer mehr Kinder durch den Ganztagsbetrieb an den Schulen gestresst sind und mitunter auch unter einer Reizüberflutung durch einen zu intensiven Medienkonsum in der Freizeit (Stichwort: Fernsehen und Computer) leiden. Beides wirkt sich nach seinen Erfahrungen nachteilig auf die Konzentrationsfähigkeit der jungen Menschen aus und erfordert somit neue Wege bei der Gestaltung des Konfirmandenunterrichts. Wie oft der Bauwagen allerdings für diesen Zweck genutzt werden wird, vermag er derzeit noch nicht abzuschätzen.wk




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