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Harald „Harry“ Strüwe verlängert Pachtvertrag nicht – den Marktplatz mit geprägt

Nach 18 Jahren ist Schluss in der Hof-Apotheke

Bückeburg (rc). Wenn rund um den Marktplatz Inventur gemacht werden würde, müsste Harald Strüwe laut „Hier“ rufen. Seit 18 Jahren steht er hinter den Zapfhähnen beziehungsweise in der Küche der Hof-Apotheke gleich gegenüber von Schlosstor und Rathaus. Damit ist Ende des Jahres Schluss, denn Harry, wie er überall gerufen wird, hat seinen Pachtvertrag nicht verlängert. „Ich hätte das Ganze hier noch 20 Jahre machen können, aber es stellte sich die Frage, ob ich es noch machen will.“

veröffentlicht am 28.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 20:21 Uhr

Diese Frage hat Harry Strüwe schussendlich für sich mit „Nein“ beantwortet. Zum einen: Weil er noch so viele andere Projekte hat, um die er sich kümmern muss. Und zählt Hotels in Bückeburg, Minden, Hannover und Lehrte auf. Dazu das Catering-Unternehmen „Tavola“, die Wildfleischerei „Maitre Wild“ und seit Neuestem ein Direktimport von Teak-Plantagenholz aus Indonesien. Und natürlich die Insel. Gemeint ist der Wilhelmstein im Steinhuder Meer, wo er seit 2010 Pächter ist – gemeinsam mit Ex-Ratskeller-Pächter Edgar Miller. „Zur Insel konnte ich einfach nicht Nein sagen, wenn man vom Fürsten gefragt wird.“ Zum anderen: Familie hat er schließlich auch noch.

Scherzend hat er das Gespräch damit angefangen, dass sein Ziel gewesen sei, länger als Edgar Miller am Marktplatz zu sein. Was er mit 18 Jahren geschafft hat, während sein dickster Freund Eddy im „Ratskeller“ nur auf 17 Jahre gekommen ist.

Die beiden waren es, die den Marktplatz nach seiner Sanierung mit Leben gefüllt haben. Die sonntäglichen Frühschoppen mit Musik („Da haben wir uns die Sonntage um die Ohren geschlagen), Bierzapfen aus dem Brunnen, das Konzert mit Michi Reinke, als der Gewinner einer Verlosung noch in der gleichen Nacht mit einem Taxi nach Paris geschickt wurde („Eine geniale Idee“), der Tag der Niedersachsen („So voll war Bückeburg noch nie“). Und dann natürlich die Höhepunkte, als das Duo Miller-Strüwe zusammen mit Gerd Ostermeier und Carlo Kerkhoff-Schäfer die Eisbahn auf den Markt brachte. Oder aber „Bückeburg kocht über“, die Urmutter aller vergleichbaren Events in der Umgebung. „Das waren schon wundervolle Sachen, die wir gemacht haben.“

Harry Strüwe fällt es daher andererseits auch schwer, den Ursprung seiner Geschäfte zu verlassen. „Mit 22, gleich nach der Lehre, habe ich mich selbstständig gemacht.“ Heute ist er 41, wie er nach kurzem Nachdenken sagt. „Ich verlasse schweren Herzens diesen Platz, den ich mitgestalten durfte und den ich mitgestaltet habe. Ohne dass ich mich damit beweihräuchern will.“ Und: „Ich glaube, ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass der Markt so ist, wie er ist.“

Wer Harry vermissen wird: Das wird nicht passieren. Beim Hotel Am Schlosstor“ hat er erst kürzlich den Pachtvertrag verlängert. Mit „Maitre Wild“ steht er auf dem Wochenmarkt. Außerdem wohnt er in Bückeburg – und bleibt hier auch wohnen. „Und wer Sehnsucht nach mir hat, der soll ein Zimmer im Hotel Am Schlosstor mieten.“ Da ist er: einer der lockeren Sprüche, für die Harry bekannt ist.

Er freue sich jedenfalls auf etwas Neues, sagt Harry weiter. Und rückt damit heraus, dass er „noch Pläne für die Umgebung hat.“ In 15 Kilometer Umkreis. Mehr verrät der Küchenmeister nicht.




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