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Bilanz kann sich mehr als sehen lassen: Schützenverein Bückeburg steht glänzend da

Nach 27 Jahren im Vorstand verabschiedet

Bückeburg. Beim Schützenverein Bückeburg ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach 27 Jahren an der Spitze des Vereins, davon die meiste Zeit als erster Vorsitzender, wurde auf der jüngsten Jahresversammlung Rolf Netzer in den wohlverdienten Vorstands-Ruhestand verabschiedet. Entscheidende Meilensteine wie der Neubau des Schießstands Harrl und das 125-jährige Vereinsbestehen fielen in seine Amtszeit. Und einen besseren Zeitpunkt als das Jahr 2016 hätte sich der langjährige Schützen-Chef für seinen Abschied kaum aussuchen können: Denn in seinem 130. Jahr steht der Verein der Bückeburger Grünröcke nach innen wie nach außen glänzend da. Einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt wurde der bisherige Vize Wolfgang Vogt.

veröffentlicht am 21.02.2016 um 13:30 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:41 Uhr

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Der 74-jährige ehemalige Polizeibeamte Rolf Netzer hat im Schützenverein Bückeburg wahrlich große Spuren hinterlassen. Zum sicherlich bedeutendsten Ereignis geriet der 1992 in Angriff genommene und ein Jahr später abgeschlossene Neubau des Schießstands Harrl. Der rund eine Million D-Mark teure Bau ließ sich realisieren, weil die drei Trägervereine und das Bürgerbataillon Eigenleistungen im Wert von etwa 200 000 D-Mark erbrachten. Im Jahr 2010 feierte der Schützenverein glanzvoll sein 125-jähriges Bestehen. Und mit einem echten Triumph konnte Rolf Netzer seine Ägide als erster Vorsitzender abschließen: Mit der kürzlich vollzogenen Installation der vollelektronischen und computergesteuerten Meyton-Schießanlage auf dem Luftgewehr-Stand vollzog der Schützenverein Bückeburg auch technisch den Schritt in die Zukunft.

Ähnlich glanzvoll sieht die Mitgliederentwicklung unter der Ära Netzer aus: Hatte der Schützenverein Bückeburg 1985, also im Jahr seines 100-jährigen Bestehens, noch 250 Mitglieder, so sind es heute 289. „Und das in einer Zeit, in der die meisten Vereine mit erheblichem Mitgliederschwund zu kämpfen haben“, so Rolf Netzer. Nur beim Nachwuchs herrscht seit einiger Zeit Ebbe. „Doch das Problem haben andere Vereine auch.“ Zudem bedauerte er, dass es in seiner Amtszeit nicht gelungen sei, die einmal so erfolgreiche Bogensparte am Leben zu erhalten.

Dabei lief die Vereinsführung für Rolf Netzer nicht immer so harmonisch und erfolgreich ab, wie sie jetzt endete: 1988 zum zweiten und ein Jahr später bereits zum ersten Vorsitzenden gewählt, stand er zunächst zwölf Jahre an der Spitze der Bückeburger Schützen. In schweres Fahrwasser geriet der Verein, als Netzer schon einmal, nämlich 2001 seinen Posten zur Verfügung stellte. „Ich hätte es vielleicht lieber nicht tun sollen“, so sein Fazit aus heutiger Sicht. Der neue Vorsitzende Hans Ballin warf schon nach einigen Monaten unter turbulenten Umständen das Handtuch, und auch dessen Nachfolger Karl-Heinz Bierwagen war ab 2002 wenig Fortune vergönnt: Er trat ebenfalls nach kurzer Amtszeit zurück und verließ den Verein.

Rolf Netzer hatte sich 2002 bereit erklärt, aus dem Ruhestand zurückzukehren, um als zweiter Vorsitzender den Verein in ruhigeres Fahrwasser zu steuern und vor allem den ramponierten Ruf beim Kreisschützenverband wiederherzustellen. 2004 wählte ihn der Schützenverein erneut zum Chef, was er anschließend wiederum zwölf Jahre blieb. In dieser Zeit kam der Verein in jeglicher Hinsicht wieder auf die Erfolgsspur. „Das war nicht mein Verdienst“, gab sich Rolf Netzer jetzt gewohnt bescheiden, „sondern die erfolgreiche Zusammenarbeit des Gesamtvorstands, mit dem mir die Vereins- und Verwaltungsarbeit viel Freude gemacht hat.“

Zur Verfügung stehen will der künstlerisch ebenso hochbegabte wie hochaktive Ruheständler für seinen Verein auch Zukunft: Zum Beispiel, wenn es darum geht, alljährlich das hölzerne „Flattervieh“ für das von ihm 1990 eingeführte Vogelschießen zu basteln.




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