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Zwei Sitze weniger - bleibt Ulrich Goebel Ortsbürgermeister?

Nach 30 Jahren: CDU verliert Vorherrschaft im Ortsrat

Rinteln (wm). Sechs Sitze für die SPD, sechs für die CDU, im Ortsrat wird es spannend. So sehen es auch Ulrich Goebel (CDU), bisheriger Rintelner Ortsbürgermeister, und Karl Lange (SPD), der nach Goebel (1267) die meisten Stimmen geholt hat: 1140.

veröffentlicht am 12.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Im Nachhinein sei es schade, plauderte Karl Lange gestern Morgen am Telefon aus dem "Nähkästchen", dass er nicht auf dem Spitzenplatz auf der Ortsratsliste beharrt habe. Das wäre vielleicht die bessere Taktik gewesen, dann hätte die SPD eine Mehrheit im Ortsrat bekommen. So habe er den Platz 1 für Astrid Teigeler-Tegtmeier geräumt. Eindeutig: Die SPD punktete im Lange-Revier, also in der Nordstadt, in den Wahllokalen Stadtwerke, Kindergarten am Hopfenberg, bei der Firma Stücken und der Straßenmeisterei. Intern wertete man gestern in der CDU den Verlust von zwei Sitzen im Ortsrat schlicht als Desaster, denn vor dem Sitzverlust hatte die CDU auch nicht das grundsätzlich bessere Ergebnis von 41,8 Prozent gegenüber der SPD mit 38,8 Prozent bewahrt. Auch hier sei eine Ursache die Bevorzugung der kleinen Parteien durch den Hare-Niemeyer-Wahlmodus, so sieht es Günther Maack. Seit Gründung des Ortsrates, also seit 30 Jahren, hat die CDU immer uneingeschränkt im Ortsrat Rinteln das Sagen gehabt und auch den Ortsbürgermeister gestellt. Zehn Jahre war Günther Maack Ortsbürgermeister, der auf seinen Wunsch ein Jahr vor den Wahlen 2001 den Sessel für Ulrich Goebel geräumt hatte. Sowohl Goebel als auch Lange wollen sich jetzt nach Unterstützung umschauen. Goebel erklärte in einem Telefongespräch, er werde mit allen drei möglichen Partnern, also Gert Armin Neuhäuser (WGS), Gerhard Helmhold (Grüne) und Karl Lange (FDP) sprechen. Auch Karl Lange (SPD) will seinen Namensvetter von der FPD wie Gerhard Helmhold kontaktieren - die WGS dagegen stehe für ihn als Partner nicht zur Diskussion. Für Günther Maack zumindest gab es gestern keinen Zweifel, dass die CDU mit Ulrich Goebel auch weiterhin den Ortsbürgermeister stellen müsse: Die CDU habe das bessere Gesamtergebnis und Goebel die meisten Stimmen geholt. Auch Ulrich Goebel gab sich grundsätzlich optimistisch: "Das kann man nicht übers Knie brechen, aber das wird schon. Man muss nur mit den Leuten vernünftig reden." Dass im Ortsrat künftig Konfrontationspolitik gemacht werde, könne er sich ohnehin nicht vorstellen: Anders als im Rat für die Gesamtstadt gebe es im Ortsrat "nichts zu verteilen", außer den Zuschüssen für Vereine. Die meisten Beschlüsse hätten nur Empfehlungcharakter für den Rat, auch damit entfalle ein großes Konfliktpotenzial. Der neue Ortsrat SPD (6 Sitze): Helma Hartmann-Grolm, Klaus Menke Holst, Karl Lange, Ursula Mücke, Klaus-Detlef Tadge, Astrid Teigeler-Tegtmeier. CDU (6 Sitze): Stefan Frühmark, Ute Gersema, Ulrich Goebel, Günther Maack, Veit Rauch, Kay Steding. WGS (1 Sitz): Gert Armin Neuhäuser. Grüne (1 Sitz): Gerhard Helmhold. FDP (1 Sitz): Karl Lange.




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