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„Schaumburger Friede“: Die alte Residenzstadt Bückeburg empfängt den Fürsten gar kaiserlich

Nach 308 Kilometern darf Ernst ins eigene Bett

Bückeburg (rc). Der Fürstensitz derer zu Schaumburg-Lippe, die Stadt Bückeburg, ist gerüstet für ihren Teil des „Schaumburger Friede“, der am letzten August-Wochenende seinen Höhepunkt – und Schluss – erleben wird: eben in Bückeburg mit einer großen Feier in der Fußgängerzone, die das ganze Wochenende dauern wird, und die am späten Sonntagnachmittag in einem großen Fest im Schlossareal münden wird, das wiederum mit einem großen Höhenfeuerwerk enden wird.

veröffentlicht am 29.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:21 Uhr

Dazwischen liegen zwei Tage volles Programm, um den Fürsten Ernst und die erste urkundliche Erwähnung Schaumburgs vor 900 Jahren zu feiern. Los geht es am Samstag in der Fußgängerzone, obwohl sich der Fürst und sein Gefolge zu der Zeit noch in Stadthagen, Obernkirchen oder Bad Eilsen herumtreiben wird. Mittags wird ab 12 Uhr eine Menge Programm geboten: Schatzsuche des „Steinzeichens“, „Spur der Steine“, mittelalterliche Pharmazie-Künste mit der Dr.-Kurt-Blindow-Schule, „Live“-Krökeln des Leo-Clubs, Trachtentänze und internationale Musikgruppen vor Bio-Laden und Mallalei, eine Schau von Sonderfahrzeugen der Kreisfeuerwehr, historische Feuerwehrfahrzeuge, Hubschraubermodelle im Flug, Armbrustschießen und eine Flugzeugtaufe des Segelflugvereins Schaumburg. Auf der Bühne vor der Stadtkirche spielt eine Top 40 Band.

Am Sonntag, wenn der Fürst das erste Mal bei seiner Durchfahrt um 13.30 Uhr an der Stadtkirche gesichtet werden kann, wird das gleiche Programm geboten, allerdings noch um einige Punkte erweitert. Mit im Boot ist dann zum Beispiel die Schaumburg-Lippische Landeskirche, die mit der Stadtkirche eines der bedeutendsten Kunstwerke des Fürsten Ernst vorweisen kann. Auf der Bühne vor der Kirche gibt es einen Freiluftgottesdienst, Posaunenchöre spielen, Gruppen tanzen, Clowns machen Sperenzchen, Interessierte können den Turm besteigen und ein Kinderzirkus lädt zum Mitmachen ein. Derweil vergnügt sich der Fürst mit einem eigenen Programm in Scheie.

Bis er um 15.50 Uhr in seine Residenz zurückkehrt und damit der zehntägige Schaumburger Friede endet. Am Stadteingang wird er standesgemäß vom Bürgerbataillon erwartet und sicher zum Empfang vor die Stadtkirche geleitet. Von dort geht es hinunter zum Marktplatz, ein Böllerschuss des Wachregiments Graf Wilhelm aus Wölpinghausen wird Fürsten und Pferde erschrecken, Bürgermeister Reiner Brombach begrüßt den Fürsten. Dann geht, wie in den anderen Städten auch, der Gerichtstag über die Bühne.

Drei Petitionen sind vorbereitet. „Verraten werden wir Bückeburger aber noch nicht, was wir dem Fürsten vortragen“, so der Bückeburger Cheforganisator Albert Brüggemann, seines Zeichens auch Ratsherr und Vorsitzender des Kulturausschusses. Zwei der Petitionen sind eher allgemeineren Zuschnitts, die dritte Petition, eine politische, wird Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier vortragen. Der Tenor sinngemäß: Der Fürst solle sich gefälligst dafür einsetzen, dass der Kreis Schaumburg und damit Schaumburg-Lippe als eines der vier Gründerländer Niedersachsens in seinem Fortbestand unangetastet bleibt.

Um 17.30 Uhr ist der Fürst dann endlich wieder daheim: auf seinem Schloss. Aber die Aktionen gehen weiter. Am Rosenrondell ist eine Bühne aufgebaut, auf der Tanz, Musik und Unterhaltung geboten wird. Es gibt Fechtkämpfe Reitkunst der Hofreitschule, Modellbootfahren und ein Fischerstechen auf der Schlossgraft: Wer zuerst vom Kahn fällt, hat verloren.

Bei beginnender Dunkelheit beendet ein Höhenfeuerwerk den Tag und die Rundreise des Fürsten. Nach 308,3 Kilometern kreuz und quer durch sein Herrschaftsgebiet kann der Fürst sein müdes und erschöpftes Haupt auf weiche Daunenkissen betten…




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