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Erstmals wieder Minus im Haushalt in Hohnhorst / Rat erhöht Steuern

Nach 40 Jahren: Rote Zahlen

Hohnhorst (tes). Rückwirkend zum 1. Januar werden in Hohnhorst die Steuern erhöht. Die Hebesätze Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftliche Betriebe) und B (für Grundstücke) steigen von jeweils 290 auf 320 Punkte, die Abgaben für die Gewerbesteuern von 300 auf 330. Der Grund: Zum ersten Mal seit 40 Jahren sieht sich die Gemeinde mit einem Minus im Haushalt konfrontiert.

veröffentlicht am 15.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

Keine Katastrophe, aber einen deutlichen Einbruch in der Gemeindekasse haben Bürgermeister Otto Lattwesen und der Nenndorfer Kämmerer Frank Behrens im Rat der Gemeinde verkündet. Im Gesamtfinanzplan klafft eine Lücke von 134 700 Euro aus laufender Verwaltungstätigkeit. Die Transferaufwendungen wachsen auf ein Volumen von 931 800 Euro. Davon entfallen 20 000 Euro auf die geplante Erhöhung der Samtgemeindeumlage, die durch die einstimmig beschlossenen neuen Steuerhebesätze ausgeglichen werden kann.

Auslöser für den Anstieg der Umlagen: Im vergangenen Jahr erzielte Hohnhorst hohe Steuereinnahmen. Das Problem: Auf dieser Grundlage basieren die Umlagen für 2010, obwohl die Steuerzuflüsse zuletzt stark eingebrochen sind. „Wir zahlen mehr als wir einnehmen. Deshalb müssen wir in den sauren Apfel beißen und mit einem Minus arbeiten“, erklärte Lattwesen und kündigte eine Kreditaufnahme für geplante Investitionen in Höhe von 276 000 Euro an. Für Baumaßnahmen, darunter der Radweg zwischen Ohndorf und Hohnhorst, sind 411 000 Euro angesetzt, wobei sich der Kostenanteil der Gemeinde durch Zuschüsse mindern wird. So steuert die Samtgemeinde allein 120 000 Euro bei, um den Regenwasserkanal zu vergrößern.

Dennoch: „Wenn wir ehrlich sind, sollten wir über eine Erhöhung der Steuerhebesätze nachdenken“, machte der Bürgermeister klar. Mit 290 und 300 Punkten lagen diese in Hohnhorst bisher deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Dieser Einschätzung folgte der Rat. Zumal niemand bei den freiwilligen Leistungen für die Vereine sparen wollte. Die geleistete Jugendarbeit solle nicht durch finanzielle Belastungen wie einer Beteiligung an den Betriebskosten für die Sporthallen belastet werden.




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