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Ernst Abel am Sonntag in der Pollhäger Kirche verabschiedet

Nach 48 Jahren Schluss mit Orgel

Pollhagen (gus). Der langjährige Organist und Chorleiter der Pollhäger Kirchengemeinde, Ernst Abel, ist gestern im Gotteshaus am Kanal verabschiedet worden. Damit endet eine fast fünf Jahrzehnte währende Ära.

veröffentlicht am 23.02.2009 um 12:45 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:42 Uhr

Abel, der ohne Übertreibung als Pollhagens „Mister Musik“ betitelt werden kann, ist die Musik förmlich in die Wiege gelegt worden. Bereits sein Vater war Organist in der Meerbecker Kirche. Von ihm „erbte“ der Sohnemann sowohl das Talent fürs als auch die Liebe zum Orgelspielen. Von Kindesbeinen an lernte er das Klavierspielen. Später folgte Orgelunterricht.

1960 war es dann so weit. Der damalige Landrat, Heinrich Brauns, der zugleich Organist in der Pollhäger Kirche war, erkrankte, und Abel sprang als Ersatzmann ein. 1961 wurde er offiziell zum Organisten der Kirchengemeinde berufen. Der Beginn einer langen und vielfältigen Beziehung.

Denn es blieb nicht „nur“ beim Platz an der Orgel. Abel übernahm auch die Leitung des Kirchenchors und des Posaunenchors. Außerdem war er Chef der mittlerweile nicht mehr existierenden Kapelle „Die Kuckucks“. Zwischenzeitlich machte das Multitalent auch noch Tanzmusik. Im Posaunenchor spielte Abel bis zuletzt mit. Nun soll aus gesundheitlichen Gründen aber Schluss sein mit den öffentlichen Auftritten. Musik spielt fortan nur noch für den Hausgebrauch eine Rolle im Leben des 1937 geborenen Abel.

„Da konnte man

alle Register ziehen“

Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn zählen für den Organisten die Heiligabend-Gottesdienste. Dann sei die Kirche immer rappelvoll gewesen und das Spielen habe besonders großes Vergnügen gemacht. „Da konnte man dann richtig loslegen und alle Register ziehen“, erinnert sich der Pollhäger. Händels „Hallelujah“ aus vollen Kehlen und von seinen Orgelklängen begleitet sei für ihn unvergesslich. Außerdem die gemeinsamen Konzerte mit Kirchenchor und Posaunenchor. Inzwischen sei es in der Kirche leider generell weniger voll.

Abels Talent wurde früh entdeckt. Der Vater habe stets von einer außerordentlichen Begabung gesprochen. „Die Natur hat mich mit einem absoluten Gehör ausgestattet. Ich brauchte nie eine Stimmgabel“, erklärt Abel. Diese Gabe sei von seinen Musiklehrern gefördert worden. So viel Musikalität bleibt nicht ohne Folgen. Tochter Nadine Abel-Mengeling teilt sich mit dem Papa seit 1993 die Organistenrolle. Seit demselben Jahr leitet sie auch den Posaunenchor.

Nicht nur die Tochter, auch die vier Enkelkinder Abels spielen allesamt Instrumente. Nadine Abel-Mengeling hat zudem Musik studiert und ist jetzt Lehrerin dieses Fachs an der Grundschule Nienstädt. Alleinige Pollhäger Organistin wird sie nun aber nicht. Zum 1.März tritt Abel-Mengeling den Posten als Organistin in der Sülbecker Kirche an. Auch die Posaunenchor-Leitung gibt sie damit auf.

Wer die Stelle künftig bekleidet ist noch offen. Pastor Uwe Herde hofft, diese im Laufe des Jahres besetzen zu können. Vorerst hilft Dieter Plischki aus Stadthagen aus.




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