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Stadtwerke beginnen am Montag mit dem Versenden der Jahresrechnungen 2010 – immer noch Altlasten von 2009

Nach dem Abrechnungschaos dieses Jahr alles reibungslos?

Bückeburg (rc). Am kommenden Montag werden die Stadtwerke Schaumburg-Lippe mit dem Versand der knapp 28 000 Gas-, Wasser- und Stromrechnungen beginnen. Und hoffen nach dem Abrechnungschaos des vergangenen Jahres, dass dieses Mal alles reibungslos über die Bühne geht. „2010 haben wir uns das eine oder andere sicherlich anders gewünscht“, sagte Geschäftsführer Eduard Hunker während eines Pressegesprächs zur Aufstellung der Jahresrechnungen 2009, die durch den Abrechnungszeitraum über 15 Monate und einem Wechsel der Abrechnungssoftware mit etlichen Fehlern und Widersprüchen behaftet waren.

veröffentlicht am 15.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:41 Uhr

In diesem Jahr aber soll mit der Jahresrechnung für 2010 alles reibungslos laufen: das erste Mal über den zwölfmonatigen Abrechnungszeitraum und mit einer neuen funktionierenden Software. Der eine oder andere Fehler werde sicherlich vorkommen, sagten sowohl Hunker als auch Vertriebsleiter Daniel Strathmann: „Das lässt sich bei dieser Vielzahl der Rechnungen nie ganz ausschließen.“

Beide als auch die beiden Bürgermeister Reiner Brombach, Bückeburg, als Vorsitzender des Aufsichtsrates, und Bernd Hellmann, Stadthagen, als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung warnten aber auch bereits, dass so manche Rechnung höher ausfallen wird als gewohnt. Schuld ist der kalte Winter, der den Stadtwerken mit 713 verkauften Gigawattstunden zwar den höchsten Gasverbrauch und -verkauf der vergangenen zehn Jahre und entsprechend höhere Gewinne bescherte. Auf der anderen Seite wird die entsprechende Rechnung beim Kunden um 20 bis 30 Prozent höher ausfallen als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Wir erwarten daher sehr viele Nachfragen.“

Das Quartett betonte währen des Gespräches, dass die Stadtwerke „im regionalen Bereich absoluter Preisführer“ seien. Ein durchschnittlicher Gaskunde mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden im Jahr bezahle bei den Stadtwerken 1066,24 Euro im Jahr. Dieser Preis werde von den bundesweit tätigen Billiganbietern zwar unterboten, so Hunker: „Aber nur auf den ersten Blick.“ Oftmals müssten Neukunden auf Bonuszahlungen warten. Und nach Ablauf der ersten sechs Monate werde in der Regel gleich der Preis erhöht.

Noch reichlich Altlasten

Durch den im Oktober vergangenen Jahres gesenkten Tarif für Gas, der über einen längeren Zeitraum festgezurrt worden sei, hätten die Kunden der Stadtwerke Planungssicherheit. Was sich inzwischen bei den Kundenzahlen bemerkbar macht. Hatten die Stadtwerke 2010 rund zehn Prozent der Gaskunden verloren, kehre sich der Trend inzwischen um. Bei den Stromkunden, Strom wird von den Stadtwerken in Obernkirchen angeboten, hätten etwa zwölf Prozent dem Energieversorgen den Rücken gekehrt. Übrigens: Im Gegensatz zu den großen Anbietern wird in Obernkirchen der Strompreis nicht erhöht.

Was auch bald für das gesamte Versorgungsgebiet der Stadtwerke gelten kann. Unter dem Stichwort „Rekommunalisierung“ sagten Brombach und Hellmann, dass man derzeit intensiv darüber nachdenke, dass Stromnetz wieder selbst zu übernehmen und bestehende Verträge nicht mehr zu verlängern. Bückeburg hat einen ersten Schritt bereits unternommen, als in der Ratssitzung im Dezember beschlossen wurde, öffentlich bekannt zu machen, dass 2014 die Konzessionsverträge auslaufen. In Stadthagen ist das 2016 der Fall in der Samtgemeinde Eilsen 2013. Hellmann: „Es gibt noch keine Beschlüsse, aber ich bin zuversichtlich, dass wir in entsprechende Entscheidungsprozesse kommen.“ Brombach: „Wir haben noch keine Zahlen, wir müssen im Verbund der Kommunen denken und frühzeitig beginnen, um einheitliche Beschlüsse zu bekommen.“ Und die beiden unisono: „Wenn wir in Obernkirchen so günstig Strom anbieten können, warum sollen wir es nicht auch in Bückeburg, Stadthagen und Eilsen tun?“

Das Rechnungschaos um die Jahresrechnung 2009 und der Vorjahre ist übrigens immer noch nicht ausgestanden. Nach wie vor stapeln sich bei den Stadtwerken Altfälle. Konkrete Zahlen wurden auch auf Nachfrage nicht genannt. „Wir sind jetzt in einem Bereich, der zu schaffen ist“, hieß es: „Es sind irrsinnig viele erledigt.“ Es werde aber sicherlich noch der eine oder andere Fall hochkommen. Bis zum 1. Oktober wollen die Stadtwerke jedenfalls alle Fälle abgearbeitet haben. Weil jetzt der größte Teil der Altfälle erledigt ist, haben die Stadtwerke das Mahn- und Sperrwesen angezogen: „Das kennen die Kunden so nicht, wir ziehen unsere Forderung jetzt konsequent durch.“

Wegen der zu erwartenden Kundennachfragen werden die Kundencenter in Bückeburg und Stadthagen personell verstärkt und die Öffnungszeiten verlängert: zusätzlich am Donnerstag, 20. und 27. Januar bis 18 Uhr, Samstag, 22. und 29. Januar von 9 bis 12 Uhr.




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