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Sprachlehrerin Liana Lippi-Söchtig verlässt Bückeburg / Ungewöhnliche Erfahrungen

Nach dem Sprachstudium schockt der Dialekt

Bückeburg (mig). Aus Liebe zur deutschen Sprache ist die Dolmetscherin und Sprachlehrerin Liana Lippi-Söchtig nach Deutschland gekommen. Aus Liebe zu einem Mann kam sie nach Bückeburg. Wer den Lebenslauf der gebürtigen Brasilianerin in Händen hält, wird eines sofort feststellen: die 47-Jährige nahm einige Nachteile in Kauf, um die deutsche Sprache richtig kennen zu lernen. Nachdem sie zwischen1979 und 1983 in Sao Paulo ein Universitätsstudium absolviert hatte, kam die frisch gebackene Dolmetscherin als Au-Pair-Mädchen nach Deutschland. "Ich hatte festgestellt, wenn man eine Sprache richtig sprechen will, muss man sie erfahren", erinnert sich Lippi-Söchtig heute.

veröffentlicht am 01.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:20 Uhr

Bei der Entscheidung spielte wohl auch eine Rolle, dass ihre Großmutter deutschstämmig ist. Pech hatte die damals 25-Jährige allerdings mit ihrer deutschen Gastfamilie; man schickte sie nach Schwaben. Auch wenn sie heute darüber lachen kann, die erste Zeit war relativ schwierig: "Alle sprachen Schwäbisch, ich habe sie kaum verstanden und sechs Monate nur geheult." Nach und nach gewöhnte sich die junge Frau an den fremden Dialekt und hat bis heute sehr gute Beziehungen zur Familie. Bückeburg war für Lippi-Söchtig zunächst Stadt der Liebe - sie zog um, heiratete und bekam eine Tochter. Hier arbeitete sie auch an der Volkshochschule und gründete eine eigene Sprachschule. "Via de Acesso." Das Angebot beschränkt sich dabei nicht nur auf Kurse in Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Deutsch. Sie bietet auch Gedächtnistraining, Kids-Gehirnjogging, sowie einen EDV-Grundkurs mit "Zehn-Finger-Blindschreiben" an. Da sie Bückeburg im nächsten Sommer Richtung Frankfurt verlassen möchte, wird bis Juni eine letzte preiswerte "Schnupperaktion" laufen, zu der sich Interessierte noch anmelden können. Gerne geht sie allerdings nicht: "Ich habe immer die Bäume hier geliebt, die geben einem Kraft", meint sie. Ihre Erfahrungen in Deutschland verarbeitet sie gerade in einer Autobiographie mit dem Titel "Die Entdeckungsreise einer Frau ..."




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