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Teurer Hallenbau: Investition im Osten erweist sich als Fehlentscheidung / Sanierungskonzept wird erarbeitet

Nach der Insolvenz: Bei Pennings geht es weiter

Rehren (rnk). Am Schluss blieb nur der bittere Gang zum Amtsgericht: Die "Pennings GmbH" hat Insolvenz angemeldet. Doch das Ende des Blumengroßhändlers aus dem Rehrener Gewerbegebiet ist das nicht, ist sich der vorläufige Insolvenzverwalter Robert Pinter sicher: "Die Firma ist sanierungs- und fortführungswürdig", erklärt der Bad Münderaner.

veröffentlicht am 03.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Seit dem 17. Dezember 1976 existiert die Firma: Damals unterschrieben Robertus und Hendrikus Pennings einen Gesellschaftervertrag, der sie zu Geschäftsführern des Groß- und Einzelhandelsunternehmens machte. Fast drei Jahrzehnte später beschäftigt die Firma 22 Arbeitnehmer, von denen drei in Vollzeit arbeiten, der Rest arbeitet auf der Basis von Teilzeitverträgen. Zum Insolvenzfall wurde die GmbH durch eine unternehmerische Fehlentscheidung. Vor sechs Jahren wurde in ein Projekt im Osten Deutschlands investiert. Nahe Magdeburg wurde eine Halle neu gebaut, die als Basis für den Sprung in den Osten der Republik dienen sollte. Es kam anders, erklärt Robertus Pennings: Die schlechte Konjunktur, die wirtschaftlich misserablen Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt ("alle ziehen dort weg"), die hohen Dieselkosten für die Lkw und nicht zuletzt die Einführung der Maut stellten die Firma vor nicht mehr lösbare Probleme. Am 31. Dezember letzten Jahres wurde der Standort aufgegeben. Was blieb, war die Halle, die weiterhin "horrende" (Pinter) Kosten verursachte, aber keinerlei Einnahmen brachte. Den Gebrüdern Pennings blieb nach Betrachtung der Gesamtsituation nur die Insolvenz. Der "Standort West" (Pinter), also Rehren, sei unternehmerisch "völlig intakt", erklärt der Insolvenzverwalter, der in diesen Tagen praktisch Herr der Firma ist: "Der Geschäftsbetrieb macht einen vernünftigen Eindruck, es gibt Umsätze, mit denen die Firma gut über die Runden kommen kann." Vom Rehrener Industriegebiet aus werden drei Blumenshops betrieben: zwei in Herford, einer in Hessisch Oldendorf, dazu kommt noch der Shop in Rehren. Beliefert werden weiterhin Blumenbetriebe bis nach Holzminden. Ein Konzept, das trägt und weiterhin tragen könnte, lässt Pinter durchblicken. Und: "Wenn es im Osten gut gelaufen wäre, dann gebe es kein Problem. Es wäre alles zu finanzieren gewesen", erklärt Pinter. Soll heißen: Das "Immobilenengagement" (Pinter) sei keineswegs ein unternehmerisches Wagnis gewesen, das dieBrüder Pennings nicht überblickt hätten. In Rehren, so erklärten Pinter, Pennings und der am Sanierungskonzept arbeitende Rintelner Rechtsanwalt Kai-Uwe Gellermann übereinstimmend, "geht alles weiter." Die Gehälter der Pennings-Angestellten sollen für die nächsten drei Monate über das Arbeitsamt finanziert werden.




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