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Beeindruckendes „Liederzeit“-Konzert mit Andreas Hecht

Nachdenken und abschalten

Meinsen. Es ist ihr drittes gemeinsames Konzert, einen Live-Mitschnitt auf CD gibt es auch schon, aber einen Namen für ihr im vergangenen Jahr aus der Taufe gehobenes musikalisches Projekt haben sie noch nicht. Dafür aber einen Programmtitel: „Liederzeit“! So schlicht, so treffend. Denn das, was die vier Musiker um Frontmann Andreas Hecht ihrem Publikum bieten, sind in erster Linie von ihm komponierte Stücke im Stil der Liedermacher, für die es sich lohnt, sich Zeit zu nehmen. Zum einen wegen der instrumentalen Arrangements, bei denen zarte bis komplexe Gitarrenklänge im Vordergrund stehen. Zum anderen aber auch wegen der geistreichen Texte, in denen Hecht (Gitarre und Gesang) viele persönliche Erfahrungen und Gedanken verarbeitet hat.

veröffentlicht am 22.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

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In dem Lied „Wohin?“ etwa thematisiert er eine immer egoistischer werdende Gesellschaft, in der jeder nur noch den eigenen Vorteil sucht. In der einem „gestern noch ein warmes Lächeln, heute nur noch ein kalter Blick“ geschenkt wird und „gestern noch Kritik im Frieden, heute schon Protest im Hass“ zum Tragen kommt. Da regt es schon sehr zum Nachdenken an, wenn er im Refrain fragt, wie dies denn bloß die Kinder verstehen sollen?

Trost mag manch einem Zuhörer da jenes Stück spenden, das sich um Hechts tiefen Glauben zu Gott rankt, den er als den Atem für seine Seele und die Wärme für seine Haut beschreibt. Ohne jede Aufdringlichkeit oder irgendeinen Missionierungseifer, wohlgemerkt. Letztlich sind die ebenfalls mit Bedacht gewählten Worte aber auch deshalb sehr authentisch, weil der der 53-Jährige beruflich eine Pastorenstelle (in Heuerßen) bekleidet.

Lockerer geht es indes in einem heiter-ironischen Lied zu, in dem er sich die überall präsente, nervige Werbung vorgenommen hat, während „Chill Out“ schon vom Titel her Programm ist. Bei Letzterem handelt es sich übrigens um ein reines Instrumentalstück, das Hecht mit der Rhythmusgitarre unterlegt und zu dem Andreas Kaesler das filigrane Melodiespiel beisteuert. Innerlich zur Ruhe zu kommen ist da nur eine Frage von wenigen Takten.

Überdies ist dieses Lied ein Beispiel dafür, dass es nicht nur Hecht ist, der für den überzeugenden Gesamteindruck verantwortlich zeichnet. Abgesehen von der instrumentalen Virtuosität seiner Mitstreiter (mit von der Partie ist auch der Pianist Stephan Winkelhake) und dem gefühlvollen Gesang von Sabrina Much sind es auch die gemeinsam für das „Liederzeit“-Projekt ausgearbeiteten Arrangements, die hieran großen Anteil haben. Geschrieben hat der Wahl-Heuerßener die Lieder ursprünglich nämlich nur für (s)eine Gitarre und seine Gesangsstimme. Für reichlich Abwechslung sorgt zudem, dass die Vier nicht ständig als Quartett zu hören sind, sondern je nachdem, welches Stück im Konzert gerade ansteht, auch mal in wechselnden Kombinationen zusammen agieren.

Neugierig geworden? Dann ist es vielleicht noch interessant zu wissen, dass die „Liederzeit“-CD bei Andreas Hecht zum Preis von 10 Euro erhältlich ist. Hecht ist telefonisch erreichbar unter (05725) 74 16.

Die absolut hörenswerten Kompositionen von Andreas Hecht (unser Bild) sind die Basis eines vierköpfigen Musikprojekts, das mit „Liederzeit“-Konzerten auf sich aufmerksam macht.wk




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